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In Deutschland wird zu wenig bezahlbarer Wohnraum erstellt, beklagen jetzt auch der Deutsche Mieterbund und die IG Bau sowie der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) und der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW).

Die Frage ist allerdings, wie will man heute noch bezahlbaren Wohnraum herstellen? Vor allem exorbitant hohe Grundstückskosten verhindern mehr bezahlbaren Wohnungsneubau. Eine aktuelle Prognos-Studie bestätigt, dass durch fehlendes Bauland der notwendige Neubau von Wohnungen in ausreichender Menge verhindert wird. Wie groß das Problem ist, zeigen die Preissteigerungen für baureifes Land: In einzelnen Städten – Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Frankfurt/M. und Stuttgart – haben sich die Preise von 2011 bis 2017 glatt verdoppelt, in Berlin nahezu verdreifacht. 2017 kostete ein Quadratmeter baureifes Land in den Metropolen 1120 Euro. In der Spitze kletterte der Preis in München gar über 2700 Euro pro Quadratmeter.

Die Besitzer von Immobilien in den Großstädten haben allen Grund zur Freude. Die Erträge der Wohnungen und die Werte der Häuser sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Und die Politik, die vor jeder Wahl „bezahlbaren Wohnraum“ fordert, handelt ineffektiv. Ohne bezahlbares Bauland kein bezahlbares Bauen und kein bezahlbares Wohnen. Diese grundlegende Logik ist bei den meisten Kommunen aber noch nicht angekommen. Bauland wird noch immer im Höchstpreisverfahren vergeben. Im sozialen Wohnungsbau ließe sich das Angebot zwar durch Forderungen einer bestimmten Quote für den Sozialwohnungsbau bei Neubauprojekten ausweiten. Gleichwohl ist es ein Investitionshemmnis und hat zur Folge, dass die privaten Investoren die Preise für die Wohnungen auf dem freien Markt anziehen, um die Einnahmeverluste wieder hereinzuholen, die ihnen durch den Sozialwohnungsbau entgehen.

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Architecture on Impossible Terrain – Image © HerrmannsArchitekten

Konsequentes Handeln ist deshalb dringend angesagt. Man hat aber leider oft den Eindruck, dass die Mehrheit derer, die Zukunftsgestaltung in den Händen halten, nicht mutig genug sind, um tatsächlich über den Status quo hinauszudenken und Zukunftsvisionen zu formulieren. Die politisch Verantwortlichen schieben das Problem weiter ungelöst vor sich her. Neue Ideen werden gebraucht. Und die rasche Umsetzung. Und die kommunalpolitische Durchsetzung. All das fehlt, um auf die drängendsten Bau- und Wohnungsfragen unserer Zeit zu reagieren.

Seit Jahren führe ich einen an Don Quichote erinnernden Kampf um die große Nachfrage nach Wohnraum schnell, kostengünstig und wirkungsvoll aufzufangen. Ein essentieller Baustein für mehr bezahlbaren Wohnraum ist die Überbauung von stadteigenen Parkplätzen. Die Flächenpotentiale von öffentlichen Parkplätzen müssen durch eine Überbauung mit Wohnhäusern auf Stelzen aktiviert werden. Die Baukosten werden durch die Holzbauweise und Verwendung von Standardfertigteilen reduziert.

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