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Die Immobilien- und Mietpreise in den Ballungszentren steigen unaufhaltsam. Jetzt haben Aktivisten die vermeintlichen Schuldigen ausgemacht: Miethaie, die medial leicht zu triggern sind. Die von diesen geforderte Enteignung ist selbstredend kein geeignetes Mittel zur Linderung der Wohnungsnot. Der Schlüssel ist natürlich nach wie vor eine ausreichende Zahl von bezahlbaren Wohnungen.

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Preise steigen nicht nur, weil das Angebot knapper, sondern auch, weil die Nachfrage größer wird. So ist der Mangel an Wohnraum in den urbanen Agglomerationen vor allem auf den Zuzug zurückzuführen! Es müssten deswegen Abertausende neue Wohnungen gebaut werden, um der Wohnungsnot in den Städten zu begegnen.

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Konkrete Schritte zur Problemlösung

Mangels Alternativen am Zins- und Aktienmarkt fließen Investitionsmilliarden in den Immobilienmarkt. Durch den enormen Kapitaleinsatz schießen die Preise nach oben, nicht zuletzt auch aufgrund der hohen Steuern und Gebühren. 

Seit langem plädiere ich dafür, dass bei bundeseigenen und kommunalen Liegenschaften die Verwaltungen besser ein Nutzungsrecht in Erbpacht anbieten sollten, statt die Immobilien zu Marktpreisen zu verkaufen. Auf diesem Weg blieben die Baukosten und Mieten bezahlbar.

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Die Preise gehen durch die Decke und alle sind überfordert

Für die Realisierung von neuen Wohnbauten ist die Verfügbarkeit von Baugrund das Nadelöhr. Tatsächlich verfügen die Städte über zahlreiche mindergenutzte Flächenpotentiale, d. h. es gibt gut erschlossene Grundstücke, auf denen sich eine behutsame Nachverdichtung mit zeitgemäßem, nachhaltigen Neubau nahezu aufdrängt. Die Idee, Parkplätze als Potentialflächen mit Wohnungen zu überbauen, wirkt sich positiv auf die Mietpreisgestaltung aus. Die Menge an neuer Wohnfläche, die so gewonnen werden kann, ist enorm. Mit der Überbauung von großen Parkplätzen könnte so mehr innerstädtischer Wohnraum geschaffen werden. Mit einer aufgeständerten Bebauung in Holzfertigbauweise werden auf dieser Art und Weise Grund und Boden doppelt genutzt und signifikant aufgewertet. Mit einer solchen unkonventionellen städtebaulichen Maßnahme kann die Wohnungsmisere wirklich spürbar gelindert werden. 

In verschiedenen großen Städten gibt es bereits einen Ratsbeschluss, Parkplätze zu überbauen. Allerdings versuchen die Stadtplanungsämter solche sinnvollen Nachverdichtungen zu verhindern, indem sie die Herausforderungen ganz einfach ignorieren und behaupten, dass „ein Aufständern von Gebäuden im Erdgeschoss stadträumlich und nutzungsstrukturell für den öffentlichen Raum unverträglich“ wäre. So schreitet der Mietenwahnsinn weiter voran! In diesem Zusammenhang muss man klarstellen, dass der Bau von Tiefaragenplätzen (30 – 35.000 Euro pro Stellplatz) letztlich auf die Miete umgelegt wird und nur die Kosten hochtreibt wie viele andere Baustandards auch – unnötigerweise. 

fullsizeoutput_2e32Fotos: H&B Immobilien, Köln

Enteignung

Gegenwärtig findet wieder eine städtische Verdichtung von großem Ausmaß statt. Diese Entwicklung – auf die viele Städte unvorbereitet sind – fragt nach städtebaulichen und typologischen Konzepten für eine neue Urbanität des 21. Jahrhunderts. Fatalerweise sind keinerlei Anzeichen erkennbar, die auf eine Trendwende bei der Mietpreisentwicklung schließen lassen. Vielmehr ist eine fortwährende Eskalation bei der Mietentwicklung abzusehen. Es sind die Falschen, die als anonyme Spekulanten und Sündenböcke an den Pranger gestellt werden.

Bürokratie und eine unflexible Stadtentwicklungsplanung hemmen schnelle Entlastungen. Wenn die kommunalen Bauverwaltungen und Liegenschaftsämter nicht mitspielen, muss notfalls die Enteignung der Potentialflächen erfolgen. In der Tat sieht das Grundgesetz solche Enteignungen zum Allgemeinwohl ausdrücklich vor. Es wäre doch absurd, wenn Enteignungen nur vorgenommen werden, um neue Verkehrswege zu bauen, aber nicht, um gegen die grassierende Wohnungsnot vorzugehen.

Ein Kommentar zu “Debatte um Wohnungsnot und Mietenexplosion

  1. Pingback: Mietenwahnsinn stoppen | ARCH BLOG

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