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Fatale Symbolik – Foto: Wiesbadener Tageblatt

Zum Schutz gegen brutale Attacken mit Lastwagen wird Deutschland zubetoniert. In allen größeren deutschen Städten werden mit sogenannten Nizza-Betonsperren Plätze trostlos umfriedet.

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Foto: Stefan Hässler (Bild)

Nachdem Terroristen LKW und Kleinlaster als Waffe entdeckt haben, sichern viele Kommunen und Städte ihren öffentlichen Raum mit zweieinhalb bis drei Tonnen schweren Betonklötzen ab. Die Entscheidungsträger wollen mit diesen Anti-Terror-Pollern auf die paranoide Anschläge in Stockholm, Berlin, Nizza, London und Barcelona reagieren.

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Foto: dpa

In einem Test mit einem Zehn-Tonnen-LKW, der mit 55 km/h auf eine Sperre mit solchen Beton-Klötzen prallte, hat die Dekra festgestellt, die Beton-Poller taugen nichts, sie sind Placebo-Sperren.

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Foto: Nicolas Ottersbach – Bürger und vor allem Bürgerinnen befinden sich auf dem Rückzug aus dem öffentlichen Raum.

Beton – es kommt darauf an, was man daraus macht

Bei aller existentiellen Wichtigkeit, dass die städtischen Plätze auch weiterhin als Bühne des gesellschaftlichen Lebens dienen sollen, darf nicht vergessen werden, dass selbst funktionierende Anti-Terror-Sperren ein visuelles und psychologisches Problem bei der Erfahrung des typologischen Raums darstellen. Von Teilen der Bevölkerung akzeptiert*, markieren die tristen Betonklötze „Schutzzonen“, die ihre Anmutungsqualitäten verlieren. In seiner monumentalen Schweigsamkeit strahlt der blanke Beton ein Höchstmaß an Hässlichkeit aus. Der schöne Schein verschwindet aus der Aura der Architektur. Bei diesen safety areas geht es auch um die Zukunft unserer Städte.

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Fake-Poller: wirkungslose Sperren

*  In einigen Gemeinden wurden die Beton-Kuben weihnachtlich dekoriert. Bei den Güterslohern beispielsweise kam das an; hier O-Töne: „Mit den Schleifen wirken sie wenigstens schön weihnachtlich.“ Oder: „Das sieht doch gut aus, ich dachte zuerst es sei ein Kunstprojekt.“ (aus Neue Westfälische v. 04.12.17)

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