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S 21 (Foto dpa)

Vor kurzem wurde der Erweiterungsbau der Galerie in Saarbrücken nach einem sich über Jahre hinziehenden Bauskandal fertiggestellt. Der Bau kostet 39 Millionen Euro. Die ursprüngliche Kostenschätzung ging von 12,6 Millionen Euro aus.

Die prognostizierten Kosten des Projekts Stuttgart 21 wurden mehrfach angehoben. 2009 beliefen sich die Kosten schon auf 4,5 Milliarden Euro. Zwischenzeitlich war man von 6,5 Milliarden Euro ausgegangen und mittlerweile soll die Kostensteigerung mindestens 7,6 Milliarden Euro betragen. Viel spricht dafür, dass auch 7,6 Milliarden Euro nicht reichen werden.

Die Kosten des unfertigen Flughafens Berlin Brandenburg (BER) haben sich seit dem Baubeginn 2006 von 2 auf 6,5 Milliarden Euro erhöht. Es wird nunmehr befürchtet, dass es noch 1 Milliarde teurer werden könnte. Bis zur Inbetriebnahme kalkuliert man mit Unkosten in Höhe von 25 Millionen Euro pro Monat.

Die auflagenstarke Zeitschrift L’Express titelt: „Un incroyable fiasco financier“. Den gleichen Titel könnte sie auch für das Museum der Bayerischen Geschichte nehmen,  der 21. Mio. Euro teurer wird als ursprünglich geplant. (Siehe ArchBlog v. 11.12.17)

Sind also solche gravierenden Kostensteigerungen bei öffentlichen Bauvorhaben an der Tagesordnung? Im Grunde genommen kann ich die sibyllinische Frage ganz lapidar bejahen. In der Tat ufern die Kosten bei Bauvorhaben, die von der öffentlichen Hand geplant werden, ständig aus. Die virtuelle Welt sieht in der Realität anders aus!

Wer will, findet noch eine Vielzahl von weiteren negativen Beispielen wie die desaströse Baustelle des Flughafens Berlin Brandenburg sowie viele Kindertagesstätten, die z. Zt. landauf/landab geplant sind. Der Steuerzahlerbund moniert: „Viele der negativ auf Bauvorhaben wirkenden Faktoren sind von der Politik und der Verwaltung hausgemacht.“

M. E. liegt es oft an den politischen Entscheidungsträger, die sich gerne ein X für ein U vormachen lassen und unrealistischen Kostenprognosen Glauben schenken unter dem Deckmantel, sorgsam mit dem Geld des Bürgers umzugehen. Es ist grotesk!

2009 hatte der Landesrechnungshof bereits moniert, dass für den Erweiterungsbau der Galerie in Saarbrücken die damalige Kostenschätzung von 12,6 Millionen Euro bewusst zu niedrig angesetzt gewesen sei. Niemand, der weiß, was das Bauen kostet, käme auf die absurde Idee, dass solche Projekte für einen viel geringeren Millionenbetrag zu haben wären. Die Architekten hätten das womöglich etwas lauter und früher sagen können. Doch die Verantwortlichen oder sagen wir besser: die Zuständigen nehmen alles billigend in Kauf. Niemand kann schlechter mit Geld umgehen als Politiker, die es permanent beim Bürger einsammeln, um es laufend irgendwo versickern zu lassen.

 

Ein Kommentar zu “Immer teurer

  1. Pingback: Kostenexplosionen am Bau | ARCH BLOG

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