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Das Rezept für viele: Hochhaustürme wie hier in Rotterdam

Die Flüchtlingswelle hat die Wohnungsknappheit in allen deutschen Großstädten noch einmal verschärft. In den Ballungsräumen fehlen bezahlbare Wohnungen. Die sogenannte „Nachverdichtung“ könnte die Wohnungsnot mindern. Bis 2022 sollen – laut einer Marktstudie des Immobilienspezialisten Bulwiengesa – hierzulande 97 Wolkenkratzer mit 18.400 Wohnungen gebaut werden. Super: `Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben.´ (CDU-Wahlslogan, 2017)

Das Hauptargument für Wohnhochhäuser – viel Wohnraum auf wenig Fläche – hat allerdings einen Haken. Selbst Besserverdiener können sich die Apartments nicht leisten. Zur Linderung der Wohnungsnot leisten Wohnhochhäuser also keinen Beitrag. Wohntürme mit bezahlbaren Mieträumen sind nämlich schwerlich zu realisieren. Die Baukosten für Wohntürme sind nun einmal sehr hoch. Mit der Gebäudehöhe steigen die Kosten für Statik, Sicherheit, etc. Tragende Bauteile müssen Bränden mindestens 120 Minuten widerstehen; ein zweites Sicherheitstreppenhaus und separate Feuerwehraufzüge sind vorzusehen, etc.

Wenn nun in den europäischen Großstädten solche Hochbauten errichtet werden, dann weil es eine starke Nachfrage aus dem Ausland gibt. So sehen reiche Chinesen in deutschen Immobilien eine sichere Anlage. Das treibt aber wiederum die Preise. In Frankfurt kosten beispielsweise Wohnungen in Wolkenkratzern – laut Bulwiengesa – bis zu 19.000 Euro/Quadratmeter, im Schnitt immerhin 7000 Euro/Quadratmeter. Und die Mietpreise liegen um die 20 Euro/Quadratmeter. Um es kurz zu machen: So wird es auch weiterhin an bezahlbarem Wohnraum mangeln, d. h. an Wohnungen im unteren und mittleren Preissegment. Mit solchem neuen, teuren Wohnraum setzt man nicht wirklich dem Mangel etwas entgegen.

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Affordable Housing atop parking lots by HerrmannsArchitekten

Ein starker Prediktor für das Preisniveau sind die hohen Baulandpreise in den Metropolen. Sie sind ein großes Problem, da Baugrund in innerstädtischer Lage rar gesät ist. Wir schlagen deshalb vor, neue Wege bei der Gewinnung von zusätzlichem Wohnraum zu gehen, indem Parkplätze mit aufgeständerten Wohnhäusern überbaut werden. Wir können mit unserem Konzept über dem öffentlichen Parkraum und den Parkplätzen der Discounter sowie der Supermärkte Lidl, Aldi, Penny, Rewe, Edeka eine Nutzung mit bezahlbaren Wohnungen umsetzen.

Siehe auch ArchBlog v. 28.08.17.

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