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Welch exponierte Örtlichkeit, an der sich die riesigen Bauklötze auf Hunderten von Pfählen in Amsterdam ansiedelten. Trotz einer ihnen nicht abzusprechenden Schlichtheit prangen sie monumental und unübersehbar am Wasser.

Das bauliche Konglomerat auf der IJ-Insel

Westlich des Amsterdamer Hauptbahnhofs wurde im Rahmen einer Nachverdichtung ein riesiger, seltsamer Gebäudekomplex errichtet. Er besteht aus sechs Bauten, die auf einer neuen künst­li­chen Insel im ehemaligen Mee­res­arm IJ erbaut wurden.

Eine Fußgängerbrücke erschließt die IJ-Insel. Im Vordergrund der Justizpalast, im Hintergrund der Hotelbau

Die skulptural anmutende Architektur des sog. IJ-Dock-Quar­tiers setzt sich aus verschiedenen Funktionsblöcken zusammen: einem Bürogebäude an der Nordost-Ecke, einem Hotel an der Nordwest-Seite, einem Wohngebäude an der Ost-Seite und dem Justizpalast am südöstlichem Ende.

Paleis van Justitie

Die vo­lu­minöse Kubatur des Justizpalastes haben die Ar­chi­tekten Claus en Kaan zwei­geteilt und die beiden Gebäudehälften über der Can­yon-ar­ti­gen Stra­ßen­schlucht mit einer filigranen Brü­cke im sechsten Stock wieder verbunden.

Ein gläserner Steg als Verbindung des Bürotrakts zu den Sitzungssälen. Im Hintergrund die tonnenförmigen Dächer des Amsterdamer Hauptbahnhofs.

Der zwei­ge­teil­te Bau beherbergt 19 Sit­zungs­sä­le des Ams­ter­da­mer Ge­richts­hofs und Büroräume mit 700 Ar­beits­plät­zen der Staats­an­walt­schaft. Im Souterrain befinden sich 26 Zellen für die An­ge­klag­ten. Ein sechsstöckiges, lichtdurchflutetes Foyer erschließt die Gerichtssäle. Marmorböden und hölzernen Decken verleihen dem kantigen Bau eine repräsentative Atmosphäre.

Bild: ROOM MATE AITANA

Das Hotel hebt sich durch seine gläserne Vorhangfassade von den anderen Gebäuden ab. Um das gewaltig große Bauvolumen in seinem figurativen Erscheinungsbild zu reduzieren, haben Bakers Architecten mit Ben Loerakker die Baumasse hinter einer Glasmembrane versteckt. Die intendierte Leichtigkeit, mit der der Übergang von der Stadt zur IJ determiniert werden sollte, mag sich aber aufgrund der Kompaktheit dennoch nicht so recht einstellen.

ROOM MATE AITANA

Der Wohnbau, der 56 Wohnungen auf elf Geschosse aufnimmt, wurde von Zeinstra van Gelderen Architecten entworfen. Die grüne Backsteinziegelfassade ist mit braunen Balkonen und Erkern aus Metall akzentuiert.


Elfgeschossiger Wohnturm des Bauensembles

Hier kann man schon mal eine Vorausschau erhalten, wie unsere Städte aufgrund des politischen Drucks zur Nachverdichtung demnächst aussehen werden. Alles Kleinteilige, dem menschlichen Maßstab Entsprechende, wird wohl bald nur noch sehenswerte Vergangenheit sein.

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