Home

Nach achtjähriger Bauzeit – fünf Jahre nach der ursprünglich geplanten Eröffnung – wurde die Ditib-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld nunmehr in Betrieb genommen. 40 Mio. Euro beträgt angeblich die Bausumme des mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit, Baustopps, Baumängeln und gerichtlichen Auseinandersetzungen belasteten Baus für die weit über 120.000 Muslime in Köln. Einen Termin für die offizielle Eröffnung der Moschee gibt es noch nicht.

Diese Zentralmoschee sollte das repräsentative Symbol werden für einen gelungenen interkulturellen und interreligiösen Dialog in der Bundesrepublik Deutschland. Den Architektenwettbewerb hatte der Kölner Architekt Paul Böhm gewonnen. Anfänglich trotzten die türkisch-islamische Dachorganisation Ditib als Bauherr und ihr Architekt gemeinsam den Widerständen der Bürgerproteste. Zum Streit untereinander kam es, als die ersten Risse in der Kuppel auftraten. Die Fenster wurden morsch, die Betonkanten brüchig, die Außentreppen schadhaft. Die Liste des gerichtlich bestellten Gutachters umfasst sage und schreibe 2000 Baumängel, von denen ein Teil wohl nie wieder wirklich behoben werden kann.

fullsizeoutput_137e

Umstritten: die 35 m hohe Moschee mit zwei 55 m hohen Minaretten 

Der 35 Meter hohe Sichtbetonbau, der mir zunächst als Architekturmodell und Zeichnung sehr gefallen hatte, erinnert mich nach seiner Ausführung nunmehr formal an ein AKW, was der Form, der gigantischen Größe und auch dem Material geschuldet ist, trotz seiner zwei 55 Meter hohen Minarette.

Während in neueren Moscheen die strikte Geschlechtertrennung zunehmend aufgehoben wird, sitzen in Köln-Ehrenfeld Männer und Frauen getrennt, die Männer in unmittelbarer Nähe des Minbars, die Frauen auf der Galerie. In dieses konservative Bild passt der Innenraum, ein Kuppelsaal, der bis zu 1200 Menschen aufnehmen kann, und ganz traditionell gestaltet wurde.

Das Konferenzzentrum bietet Platz für bis zu 700 Leute. Es gibt außerdem eine Einkaufspassage mit Boutique, Buchhandlung, Restaurant mit Halal-Gerichten sowie eine Filiale der kuwaitisch-türkischen KT Bank.

Die Risse im Beton mögen gekittet sein, ob die Kölner sich letztendlich wirklich so richtig mit diesem überdimensionierten Großbau anfreunden werden, bleibt abzuwarten.

Siehe auch ArchBlog v. 12.02.11

Ein Kommentar zu “Fast fertig

  1. Pingback: Tag der offenen Tür | ARCH BLOG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s