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Koblenz

Bekanntermaßen gibt es im Prinzip keinen geförderten Wohnungsbau mehr, so dass Wohnungen mit günstigen Mieten fehlen. Die von den Städten und Kommunen beschlossenen Wohnraumversorgungskonzepte sind praktisch wirkungslos, da die Förderung eine Deckelung der Mieteinnahmen mit sich bringt und gleichzeitig die äußerst günstigen Baufinanzierungskonditionen diese Art der Förderung durch die Länder überflüssig machen.

Für den Aufschwung am Wohnungsmarkt mit bezahlbarem Wohnraum wurden gestern im Koblenzer Rathaus Experten gehört. Wer einen Donnerschlag erwartet hat, mit dem die Krise rasch beendet werden könnte, hätte sich besser ins Eiscafé vor dem Rathaus in die Sonne setzen sollen. Wer sich jedoch in dem vollbesetzten Ratssaal die Vorträge der verschiedenen Fachleute zum Thema anhörte, konnte sich dennoch einige wertvolle Ratschläge notieren. Einig waren sich alle Redner, dass die von der Stadt Koblenz geplante Quote von 20% grundsätzlich sinnvoll wäre. Erklärt wurde, dass mittlerweile viele Städte eine solche Sozialwohnungsquote anstreben. Denn viele Sozialwohnungen werden in Koblenz in den nächsten Jahren aus der Bindung herausfallen. Hinzu kommt, dass sich die Zahl der Haushalte vermehrt, nicht nur durch Erhöhung der Einwohnerzahl durch Zuzug, sondern der Mehrbedarf setzt sich auch zusammen durch den Trend zum Singlewohnen.

Wichtig wäre, – so die Redner – dass von vornherein keine neuen Sozialwohnungs-Gettos gebaut würden. Und auch bei reduzierten Mieten dürften die Standards nicht qualitativ herabgesetzt werden. Weiter wurde vorgeschlagen, die Zahl der geforderten PKW-Stellplätze zu verringern. Vor allem aber müsste die Stadt günstiges Bauland für den neuen Mietwohnungsbau zur Verfügung stellen.

Mehr Wohnungen für weniger Geld

Dass der Neubau von Wohnimmobilien in Innenstadtlagen immer teurer wird, liegt auch an den stetig steigenden Baulandpreisen. Was nützt es, wenn Baukosten eingespart werden, aber die Grundstückspreise davon laufen? Zur Bewältigung dieses Problems könnte durchaus beitragen, wenn versiegelte Flächen, die als Parkplätze genutzt werden, doppelt verwertet würden. Ich kann nur gebetsmühlenartig wiederholen: In unseren Innenstädten könnten öffentlich genutzte Parkplätze mit Wohnungen überbaut werden, die nach wie vor auch weiterhin als PKW-Stellplätze dienen.

Das sog. Koblenzer Modell  (HerrmannsArchitekten, Vallendar)

Unsere Machbarkeitsstudie sieht vor, 3 bis 4 Wohngeschosse in Holz-Systembauweise auf einer Betonrahmenkonstruktion über die parkenden Autos zu setzen. Gemeinschaftsräume und Freiflächen auf dem Dach bieten den Mietern Möglichkeiten, sich auch außerhalb ihrer Wohnung aufzuhalten.

Ideen alleine verändern nichts. Sondern der Mut, sie umzusetzen.

Ein Kommentar zu “Wohnen soll Stadt finden

  1. Pingback: Ausstellung Bezahlbares Wohnen | ARCH BLOG

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