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Residential Skyscraper in 432 Park Avenue, Manhatten, NY City (Foto Wikipedia)

2015 wurde ein über eine Milliarde Dollar teures Wohnhochhaus in der New Yorker Park Avenue 432 fertiggestellt. Der neu errichtete Wohnturm beherbergt 104 teure Luxuswohnungen. Das Penthouse des 426 Meter hohen Wolkenkratzers hat fast 100 Mio. Dollar gekostet. Während weitere bis zu 600 Meter hohe Turmbauten mit Luxuswohnungen geplant werden, findet der Normalverdiener in der Stadt auch weiterhin keinen günstigen Wohnraum.

Auch wenn in der BRD die Situation auf dem Wohnungsmarkt nicht ganz so signifikant sichtbar ist, so darf man sich dennoch nicht täuschen lassen, dass die momentane Bauwut nicht reicht, die Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen. Zwar wird z. Zt. kräftig gebaut, aber es reicht nicht die Unterdeckung von ca. 1,5 Mio. Wohnungen abzubauen. Selbst im Boomjahr 2016 hat man bei weitem die Zahl der benötigten Wohnungen von jährlich 400.000 weit verfehlt, wobei festgestellt werden muss, dass Wohnungen für die breite Masse Mangelware waren.

Warum – fragt man sich – wird fast nur hochpreisig gebaut? Offenkundig sind es die hohen Grundstückskosten in innerstädtischen Lagen. In den großen Ballungsräumen haben sich die Preise in den letzten 10 Jahren in etwa verdreifacht. Allein daraus resultieren die kaum noch zu bezahlenden Quadratmeterpreise. Hinzu werden die energetischen Auflagen trotz ohnehin schon hoher Standards permanent unnötig verschärft. Grunderwerbsteuern und Kaufnebenkosten sind ebenso ständig erhöht worden.

Dennoch gibt es gute Ideen, um dem Wohnungsbau zu den dringend nötigen preisgünstigen Mieten zu verhelfen. Aber die Kommunen reagieren viel zu zögerlich. Um von den hohen Grundstückskosten wegzukommen, müssen bisher nicht optimal genutzte Flächen herangezogen werden. Allein schon aus wirtschaftlicher Sicht erscheint es in der aktuellen Lage kaum mehr haltbar, große innerstädtische Flächen lediglich für das bloße Abstellen von PKWs zu nutzen. Vor allem bei den großen Parkplätzen des Einzelhandels, die nur während der Öffnungszeiten genutzt werden, kann Wohnraum ohne negativen Einfluss für das Parken geschaffenen werden. Auf den Parkplätzen von Discountern und Supermärkten, die ihre Läden meistens in Misch- und Gewerbegebieten platziert haben, ist Wohnungsbau nunmehr auch rechtlich möglich. Ein neues Gesetz der Bundesregierung erlaubt seit dem vergangenen Jahr, dass diese Flächen in Misch- und Gewerbegebieten bebaut werden können.

Die Überbauung von Parkplätzen bei gleichzeitiger Weiternutzung als PKW-Abstellplatz wurde auf dem Parkplatz des Dantebads in München jetzt realisiert. Um der Wohnungsknappheit effektiv entgegen zu treten, muss allerdings noch eine gute Schippe draufgelegt werden.

Siehe auch

 

http://ge.archello.com/en/project/social-housing-koblenz oder

http://www.evolo.us/architecture/affordable-housing-above-existing-parking-lots/

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