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Heute vor 30 Jahren ist Andy Warhol (06.08.1928 – 22.02.1987) gestorben.

Er gehört auf die Künstlerliste der Pop Art, die von Paolozzi und Hamilton bis Blake, Hockney oder Kitaj, von Johns, Rauschenberg, Lichtenstein, Oldenburg, Jones, Wesselmann, Rosenquist bis Kienholz und Segal reicht. Die Werke der Pop Art beschäftigen sich mit Massenproduktion, Konsumverhalten und medialer Berichterstattung. Die große Anzahl von Ausstellungen zu diesem Thema zeigt, dass wir noch immer in Erinnerungen an die Werke der sechziger Jahre schwelgen. Für viele stellte sich aber auch die Frage: Ist das überhaupt Kunst?

Warhol führte die Bilder der medialen Berichterstattung in die Pop Art ein. Er griff Ereignisse aus den Medien auf und spitzte deren Darstellung in seinen Arbeiten zu. Für sein Bild „129 DIE IN JET!“ benutzte er als Vorlage das Titelblatt des New York Mirror v. 04.06.1962 vom Flugzeug-Crash in Paris mit 129 Toten. Der Künstler vergrößerte quasi das abgedruckte Unfall-Foto aus der Zeitung zum Acryl-Bild (254,5 x 182,5 cm), wodurch automatisch größere Aufmerksamkeit erzielt wird, aber auch die Tragik des Geschehens dem Betrachter bewusster wird.

Das Konsumieren von Sex- und Katastrophen-Nachrichten, die uns täglich angeboten werden, spielt wahrnehmungspsychologisch eine essentielle Rolle. Dem Betrachter werden hier durch den Akt der künstlerischen Umsetzung sozusagen die Augen geöffnet. Aus dieser Rezeptionsebene betrachten wir die täglichen Ereignisse in der medialen Berichterstattung, die wir ansonsten kritiklos, blindlings und bereitwillig aufnehmen, mit Abstand.

Dieses Aufrütteln ermöglicht es, Nachrichten und die Alltagswelt mit anderen Augen zu sehen, sie nämlich bewusst wahrzunehmen in ihrer Auswahl und Präsentation. Der Rezipient begreift, dass sein Bild von der Welt vorprogrammiert bzw. manipuliert sein kann. Im Rahmen der Fake-News-Debatte ist dieses Problem gerade sehr aktuell. Wir lesen nur das, was uns in unserer vorgefassten Meinung bestätigt. Wir sitzen fest in unserer Filterblase.  Wer Informationen nur so wahrnimmt, hat irgendwann ein sehr verengtes Weltbild.

Warhol ist in seiner Beschäftigung mit den Massenmedien nicht nur ein Protagonist seiner Zeit, sondern damit auch bis heute brandaktuell.

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