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Noch bis zum 19.02.2017 zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg die Pop-Art-Show „This Was Tomorrow“. Es fällt auf, dass Retrospektiven der Kunst der 1960er Jahre zuletzt häufiger gezeigt wurden.

Im letzten Jahr präsentierte beispielsweise das Deutsche Architektur Museum (DAM) in Frankfurt eine Rückschau auf Zukunftsvisionen.

In Koblenz gab es 2016 im Ludwig Museum eine schöne Pop Art Ausstellung.

Im Jahr zuvor hatte das Ludwig Museum in Koblenz eine großartige Retrospektive von Mel Ramos Schaffen gezeigt (siehe auch ArchBlog v. 22.03.15 + 19.03.15).

In Anlehnung an den Titel von Richard Hamiltons Collage aus dem Jahre 1956 “Just what is it that makes today´s homes so different, so appealing?” könnte man sich fragen, was macht die Kunst der 60iger Jahre heute immer noch so interessant? Ist die Pop-Art doch die sichtbare Verwirklichung des damaligen Zeitgeistes, in dem sich die sog. Wohlstandsgesellschaft manifestierte. Die Kunst adaptierte jene Welt und bildete sie ab.

Richard Hamiltons legendäre Londoner Ausstellung 1956 “This Is Tomorrow” war der Beginn der Pop-Art in England. Als prominentester Vorreiter der Pop Art brachte er die Essenz dieser Kunstrichtung treffend auf den Punkt: „Populär, vergänglich, zum Verbrauch, jung, witzig, sexy, glamourös, das große Geschäft.“

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FUN HOUSE (Richard Hamilton, John Voelcker and John McHale) © Kunstmuseum Wolfsburg

Vielleicht schätzen wir gerade dieses Lebensgefühl an der Pop-Art, denn heutzutage ist von einem gesellschaftlichen Aufbruch kaum etwas zu verspüren. In den 60ern wurde der Weltraum erobert, Juri Alexejewitsch Gagarin umrundete als erster Mensch 1961 die Erde, die Beatles wurden mit einer neuen Musikrichtung bekannt, Archigramm entwarfen visionäre Architektur, usw. – von den politischen Revolten zum Ende jenes Jahrzehnts mal abgesehen.

Die Intensität dieses rasanten Lebensgefühls scheint erlahmt zu sein. Wie der Ausstellungstitel in Wolfsburg („This Was Tomorrow“) schon vorgibt, kommt es einem so vor als ob die Zukunft gestern gewesen sei. Eine solche Aufbruchstimmung fehlt heute, vielmehr wird z. Zt. in unserer Zivilgesellschaft eine Stagnation empfunden, in der neue Impulse und Ideen, Experimente und Freiheiten oftmals bereits im Ansatz unterdrückt werden. Wir lassen uns heute viel zu wenig auf solch spielerisch-visionäre Ideen wie die der Protagonisten der 60iger Jahre ein.

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