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Rheinisch-Westfälischer Staatspreis für Denkmalpflege für Haus Mayer-Kuckuk

Davon träumen wir doch heute noch, ein Haus in nur 6 Tagen fertigzustellen. (Ich will an dieser Stelle kein Wort über den BER verlieren.) Ein Wohnhaus mit einer solch kurzen Bauzeit ist 1967 dem Architekten Wolfgang Döring (mein ehemaliger Prof. an der TH Aachen) mit dem Wohnbauprojekt für den Bonner Atomphysiker Prof. Theo Mayer-Kuckuk in Bad Honnef gelungen.

Der präfabrizierte Bau war Ausdruck der Vorstellungen, die in den 1960er Jahren die Architektur beherrschten: Wohnungen, Schulen, Kindergärten, Verwaltungsbauten sollten industriell vorgefertigt und damit schnell und preiswert errichtet werden.

Die konstruktiven Elemente von Haus Mayer-Kuckuk sind am Außenbau klar ablesbar: ein Tragwerk aus Leimholzbalken, mit dreieckigen Holzscheiben in der Querrichtung ausgesteift, in der Längsrichtung mit Drahtverspannungen. In das Holzfachwerk sind Platten eingehängt, die außen mit Eternit, innen mit Spanplatten verkleidet sind. Das zweigeschossige Gebäude ruht auf dünnen Stahlstiften, mit denen die Holzleimbalken in den Betonfundamenten verankert sind.

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Photos: Courtesy of Hartmut Witte

Bemerkenswert ist nicht nur die sensationell kurze Bauzeit, in der die präfabrizierten Elemente montiert wurden sondern auch die geringen Baukosten in Höhe von lediglich 80.000 DM. Das in Systembauweise errichtete Wohnhaus war als Prototyp geplant, das dann aber doch nicht in Serie ging. 2007 wurde das Gebäude in die städtische Denkmalliste aufgenommen.

Im Laufe der Zeit traten bei der Holzbaukonstruktion Fäulnis- und andere Schäden auf, die das Haus unbewohnbar machten. Es ist den heutigen Hauseigentümern Andrea Köhler und Hartmut Witte zu verdanken, dass das Holzhaus nicht abgerissen wurde. Mit großem Aufwand haben sie die gesamte hölzerne Tragkonstruktion austauschen lassen, was zeitlich ein Vielfaches der ursprünglichen Bauzeit bedurfte.

Für diesen „zeit- und kraftaufwändigen Einsatz“, wird ihnen verdientermaßen der mit 7.000 Euro dotierte Rheinisch-Westfälische Staatspreis für Denkmalpflege 2016 verliehen, gestiftet vom Land NRW und vom LVR (Landschaftsverband Rheinland) organisiert. Dieser Preis wird an Privatleute verliehen, die ein gefährdetes Baudenkmal innerhalb der vergangenen zwei Jahre instand gesetzt haben.

Mein FB-Freund Hartmut Witte hat alle Informationen zu diesem Haus dokumentiert. Hier der Link, so dass Grundrisszeichnungen, Ansichten und Schnitte sowie die Dokumentation der verschiedenen Zustände oder Sanierungen für jedermann abrufbar sind. Hier kann man das Ausmaß der Schäden und deren Behebung nachvollziehen.

Siehe hierzu auch ArchBlog v. 26.09.13

 

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