Home

„Es gibt so viele Orte, die zerbaut sind, Orte deren Austauschbarkeit bedrückend wirkt. Erinnerbarkeit, Identität und damit Valenz im Sinne der Wahrnehmung scheinen vergessen. Und dann gibt es – ganz selten – doch Überraschungen. Dann wird großartige Architektur inmitten einer Unmenge von Gestaltlosem sichtbar, am Straßenrand und plötzlich faszinierend….“ (Architekt Prof. Carlo Baumschlager)
perspektive
Kita in Lahnstein von NETWORKGROUP, Vallendar

Wer sagt, dass ein Gebäude unweigerlich immer mit den rigiden kartesischen Achsen (Höhe/Breite/Tiefe) als Kiste konzipiert sein muss. Gerade wenn man für Kinder baut, müssen andere Aspekte als üblich in den Entwurfsprozess einfließen. Hier steht die dynamische Gestalt des organischen Baukörpers mit seinem geschwungenen Grundriss für das Aufbrechen der starren geometrischen Formen.

formfindung
Beim Grundriss der 6gruppigen Kita wurde viel Wert auf Übersichtlichkeit und Großzügigkeit und gleichzeitig auf Kompaktheit gelegt. Die Gruppenräume wurden in drei Funktionsblöcken angeordnet.

Funktionsblock 1 – Krippenbereich: Hierzu gehören Gruppe 1 und Gruppe 2 mit jeweils einem eigenen Gruppenraum sowie einem gemeinsamen Sanitärbereich sowie Schlafbereich.
Funktionsblock 2 – Gemischte Altersgruppe: Hierzu gehören die Gruppen 3 und 4 mit jeweils einem eigenen Gruppenraum und daran angeschlossen jeweils einem eigenen Ruheraum. Beide Gruppen teilen sich einen gemeinsamen Sanitärbereich.
Funktionsblock 3 – Geöffnete Gruppe: Dieser Funktionsblock ist ebenso organisiert wie Funktionsblock 2.
Zwischen den Funktionsblöcken 2 und 3 ist ein gemeinsamer Schlafraum angeordnet.
Diese Funktionsblöcke sind additiv nebeneinander angeordnet zur Außenspielfläche im konvexen Teil des Gebäudes. Um die Gruppenräume nicht zu verschmutzen gibt es zwei Schleusen, die den Aus- und Eintritt zum Außenspielbereich ermöglichen.

bild1aaa

Im konkaven Teil befindet sich der Eingang mit Windfang (groß genug für das Abstellen der Kinderwagen) und das Foyer. Zur einen Seite des Eingangs befinden sich die Räume für die Kindergartenleitung und das Personal und den dazugehörigen Nebenräumen. Auf der anderen Seite vom Eingang liegen der Speiseraum mit Küche und dazugehörigen Nebenräumen. Das Herz der Anlage bildet eine großzügige multifunktionale Fläche, die durch Oberlichter mit Tageslicht versorgt wird. Dieser Raum kann genutzt werden als großzügige, geschützte Spielfläche zum Toben. Da Kinder heutzutage nicht nur stundenweise, sondern den ganzen Tag in der Kita verbringen, ist eine freie Bewegungsfläche, die auch bei schlechtem Wetter (Nässe/Kälte) genutzt werden kann, eigentlich unerlässlich. Kinder mit ihrem überbordenden Bewegungsdrang sollten nicht den ganzen Tag in ihrem Gruppenraum eingesperrt sein. In diesem lebendigen Ambiente ist auch der Mehrzweckraum integriert.

lageplan
Sämtliche Gruppen- und Aufenthaltsräume erhalten großzügige Verglasung nach außen und auch zum Flur hin Fenster, um eine Interaktion über die Raumgrenzen hinweg zu ermöglichen. Die tageslichtdurchfluteten Räume bieten den Kindern und dem Personal eine angenehme Lern-, Spiel- und Arbeits-Atmosphäre.

Neben der Schaffung eines optimalen Spiel- und Lernumfeldes haben auch Überlegungen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz der MitarbeiterInnen eine besondere Priorität. Hierzu gehören neben einer effizienten Belüftung auch besondere Maßnahmen zum Schallschutz. Die Luftzufuhr soll über eine Lüftungsanlage erfolgen, die in Kombination mit einer Fußbodenheizung für ein optimales und zugluftfreies Raumklima sorgt.

ost-ansicht-1-200
Der gekurvte Bau soll als Holzkonstruktion errichtet werden mit einer Verschalung aus vertikalen Lärchenholz-Paneelen. Die Wandflächen im Inneren könnten in Weißtanne ausgeführt werden. Holz wäre für eine KITA eine gute Wahl; denn es vermittelt eine gewisse Wärme, ist CO2-neutral und umweltfreundlich. Holz zu betrachten, anzufassen und zu riechen ist nicht nur für die Kinder wohltuend. Alternativ könnte die Kita auch in Massivbauweise hergestellt werden. Die kompakte Bauweise führt zu einer geringen, im unteren Bereich liegenden Kubatur.

img_3696


The intention of the architects is that the building is self-consciously integrated into the urban environment. Especially when building for children, other aspects than usual have to be incorporated into the design process. Who says that a building must inevitably always be designed with the rigid cartesian axes (height / width / depth) as a crate. This is the dynamic structure of the organic building with its curved ground plan for breaking open the rigid geometric shapes.


At the ground plan, much emphasis was placed on clarity and generosity, and at the same time on compactness. The group spaces were arranged in three function blocks. Function block 1: Crib area
This includes group 1 and group 2, each with its own group room, as well as a common sanitary area and sleeping area.
Function block 2: Mixed age group
Groups 3 and 4, each with its own group room and connected to it, each have their own resting space. Both groups share a common sanitary area.
Function block 3: Open group
This function block is organized as well as function block 2.
A common bedroom is arranged between the functional blocks 2 and 3.
These function blocks are arranged additively next to each other to the outer play surface in the convex part of the building. In order not to pollute the group rooms, there are two locks, which allow access to the outside play area.

img_3697

In the concave part is the entrance with winds (big enough for parking the baby carriages) and the foyer. On the one side of the entrance are the rooms for the nursery management and the staff and the adjacent adjoining rooms. On the other side of the entrance are the dining-room with kitchen and adjacent adjoining rooms.

The heart of the building is a generous multifunctional area, which is supplied with daylight by super-lights. This space can be used as a generous, protected playing area. Since children nowadays spend their time in the day-care center not only on an hourly basis, but also throughout the day, a free area for movement, which can be used even in bad weather is really essential. Children with their overbearing urge to move should not be locked up all day in their group room. The multi-purpose room is also integrated in this lively ambience.

All the group and stay rooms have generous glazing to the outside and also to the hallway windows to allow an interaction across the room boundaries. The daylight-flooded rooms offer the children and the staff a pleasant learning, play and work atmosphere.

img_3699

In addition to the creation of an optimal playing and learning environment, consideration is also given to the safety and health of employees. Apart from efficient ventilation, this also includes special measures for noise protection. The air supply is to be carried out by means of a ventilation system which, in combination with a floor heating system, ensures an optimum and air-free room climate.

The curved building is to be erected as a wooden structure with a formwork of vertical wood panels. Wood is a good choice for a kindergarten. The architecture stands for the idea of „dialogue“ with the outside world and does not want to compete with the buildings in the neighborhood.

img_3701
All illustrations: Courtesy of Henner Herrmanns (NETWORKGROUP)

Ein Kommentar zu “Kindertagesstätte in Lahnstein

  1. Pingback: Schön rostig | ARCH BLOG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s