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Wiesbaden: Wohnen überm Parkplatz

  

Foto Andreas Arnold: Am Elsässer Platz lässt sich sogar schon erahnen, wo im Falle einer Wohnüberbauung der Flur wäre. (fr-online)
 

„Die CDU will in Wiesbaden größere Parkplätze überbauen lassen, um neuen, günstigen Wohnraum zu schaffen.“ Hier ein Artikel von Peter H. Eisenhuth in der Frankfurter Rundschau v. 19.10.16. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit ist der Text hier unverändert, in voller Länge abgedruckt:

>Die Idee klingt so simpel, dass sich die Frage aufdrängt, warum bislang noch niemand darauf gekommen ist: Um neuen, günstigen Wohnraum zu schaffen, schlägt die Wiesbadener CDU-Fraktion vor, größere Parkplätze im Stadtgebiet zu überbauen. „Das geht sehr viel schneller als langwierige Bebauungsplanverfahren und kostet bei einer Standardausstattung auf Studierendenniveau deutlich weniger als der klassische Wohnungsbau“, begründet der planungspolitische Sprecher der Christdemokraten, Hans-Martin Kessler, den gestern im Amt der Stadtverordnetenversammlung eingereichten Antrag.

„Der verdichtete Wohnraum ist ein Problem in unserer Stadt“, erläutert Fraktionspressesprecher Ralf Wagner den Hintergrund. Und neben den nur knapp bemessenen bebaubaren Flächen und den langen Bauplanungsverfahren seien es vor allem die aktuellen Kosten, die es Menschen aus geringeren Einkommensstrukturen erheblich erschwerten, bezahlbare Bleiben zu finden. Um dem Wohnungsmangel dennoch effektiv entgegentreten zu können, bedürfe es also neuer Wege.

Warum auch nicht? In Zeiten von Urban Gardening mit Gemüseanbau auf Flachdächern und öffentlichen Grünflächen sollten sich auch Parkplätze einer Zweitverwertung zuführen lassen. Autofahrer, die jetzt den Abbau von Stellplätzen in großem Stil befürchten, beruhigt Hans-Martin Kessler. „Das Besondere an der Idee ist, dass die Wohngebäude auf Stützen stehen und somit nahezu keine Parkplätze verloren gehen.“

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Parkplatz-Überbauung von HerrmannsArchitekten in der Pop-Up-Ausstellung „Günstig wohnen über dem Parkplatz“

Welche Flächen für die Umsetzung infrage kämen, sollten die zuständigen Ämter und die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) prüfen, heißt es im Antrag der CDU. „Parkplätze bei Sportstätten, Schwimmbädern oder Supermärkten würden sich besonders anbieten, da diese viele Stunden am Tage sowieso nicht genutzt werden“, sagt Kessler. Als Beispiel dafür, wie dies in Wiesbaden aussehen könne, nennt er das Studenten-Apartmenthaus im Sonnenblumenweg auf dem Freudenberg, das die SEG im vorigen Jahr errichtet hat.

„Das kann auch auf Teilen des Elsässer Platzes oder über einem P&R-Parkplatz funktionieren.“ Der CDU-Stadtverordnete verweist auf ein Modellprojekt der Münchner Wohnungsbaugesellschaft, die diese Methode gerade ebenfalls über dem Parkplatz eines städtischen Schwimmbades umsetzt.

Das sehe hinterher vielleicht nicht unbedingt schön aus, räumt Fraktionssprecher Wagner ein. „Aber wir müssen Prioritäten setzen und der Wohnungsmangel ist ein ganz gravierendes Problem.“ Abgesehen davon: Eine Augenweide sind die Stellflächen beispielsweise am Elsässer Platz auch ohne Überbauung nicht.

Wie lange es dauern würde, die Neubauten hochzuziehen, lasse sich nicht pauschal beantworten, sagt Wagner. Dies hänge vom jeweiligen Bebauungsplan ab. „Wenn dieser eine Wohnbebauung zulässt, wird es schneller gehen, als wenn man ihn erst einmal umstricken müsste. Aber auch das sollen die SEG und die Ämter untersuchen.“<

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