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Auch wenn es so scheint, als ob sich die dunklen Wolken über dem Limburger Domberg mittlerweile verzogen hätten, so steht er doch für jeden sichtbar da: der sündhaft teure Gebäudekomplex des neuen Bischofssitzes als mahnender Beweis für Machtmissbrauch und Selbstüberschätzung. Der berühmteste Leerstand in Deutschland wurde von dem verblendeten Bischof Tebartz-van Elst mit Unterstützung seines Diözesanbaumeisters Tilmann Staudt gegenüber dem Limburger Dom, auf dem Areal der alten Vikarie, errichtet.

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Nach dem Sturz des Bischofs sollte der 30 bis 40 Millionen Euro teure Neubau öffentlich zugänglich sein. Von wegen! Und davon, dass das Haus mit Leben gefüllt werde, wie es dann so schön hieß, kann keine Rede sein. Ich stand heute vor dem Portal des zwischen drei Altbauten neu Eingefügten und konnte mich von der ganzen Tristesse überzeugen. Alles ist hinter hohen Mauern verriegelt und verrammelt. Symbolträchtig und traurig wirkt das schon Moos ansetzende Schwarz der Basaltverkleidung der Kapelle, die mit diesem Material ihre Dach- und Fassadenflächen verhüllt und sich von den benachbarten Muschelkalkstein-Bauten absetzt. Trotz anspruchsvoller Materialwahl wirkt das sog. Bischofshaus autistisch. Der architektonische Gestus ist ausgesprochen bescheiden. Da es seiner Zweckbestimmung nicht zugeführt werden konnte, gammelt es nun nutz- und funktionslos vor sich hin.

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