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Die „Flüchtlingskrise“ ist das Thema, das in diesen Tagen die öffentliche Wahrnehmung beherrscht. Um eine Krise zu bewältigen, sind Lösungen gefragt. In diesem Zusammenhang muss an erster Stelle Wohnraum geschaffen werden, und zwar – anderes als in der jüngsten Vergangenheit – bezahlbarer Wohnraum. Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln prognostiziert einen Neubaubedarf von jährlich 430.000 Wohnungen.

Da lag es nahe, diese Aufgabe zum Thema der Abschlussarbeit in diesem auslaufenden Wintersemester 2015/16 für unsere Bachelorstudenten zu machen. Gefordert waren Konzepte für bezahlbaren Wohnraum. Es sollten sozial verantwortungsvolle Perspektiven entwickelt werden. Die Architektur soll sich der alltäglichen sozialen Realität des Wohnens stellen.

Nun liegen die Entwurfsergebnisse vor: Die meisten Bearbeiter haben als (fiktives) Grundstück das zentrumsnahe, brachliegende Areal der Bundesbahn in Koblenz-Lützel gewählt. Allen war klar, dass nicht allein eine Bedarfsdeckung mit Wohnraum ausreicht, sondern eine soziale Stadtentwicklung mit Kita, Café, Schulungs- und weiteren Räumen als Elemente des Gemeinschaftsgedankens geschaffen werden muss.

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Entwurf: Johannes Blum – auf dem DB-Areal in Koblenz-Lützel

Um die Voraussetzungen für bezahlbare Mieträume aus architektonischer Sicht zu schaffen, sehen alle Entwurfslösungen eine präfabrizierte, modulare Holzbauweise sowie eine Ausnutzung mit bis zu sechs Geschossen vor. Auf Unterkellerung wird verzichtet. Die Erschließung erfolgt fast durchweg bei allen Vorschlägen nicht über ein Treppenhaus, sondern über eine freistehende externe Treppe. Um die Anzahl der vertikalen Erschließungselemente so klein wie möglich zu halten, werden die Wohneinheiten über Laubengänge erschlossen. Auch Aufzüge werden eingespart. Als weitere Einsparungsmöglichkeiten werden auf höhere bauliche Standards verzichtet. Eine Reduzierung der Wohnfläche senkt natürlich die Mietbelastung.

Offeriert werden Wohnräume für Wohngemeinschaften mit Gemeinschaftsräumen und benutzbare Flachdächer, die als Balkon-Ersatz dienen, bzw. zur Energiegewinnung herangezogen werden. Als wichtiges soziales Kommunikationselement werden bei vielen Entwürfen Innenhofsituationen vorgeschlagen.

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Entwurf: Alexander Dembowski – Wohnen auf dem Wasser

Um den davonlaufenden Grundstückspreisen ein Schnippchen zu schlagen, hatte ein Bearbeiter die Idee, sog. Floating Houses am Ufer der Mosel zu errichten. Diese denkbare Idee wird wohl kaum genehmigungsfähig sein, zeigt aber trotzdem, wo es noch Potentiale geben könnte.

Insgesamt zeigen die Entwurfsideen bei allem erforderlichen Pragmatismus eine Menge kreatives Potential in der Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung. Die Entwürfe waren bis gestern auf dem RheinMoselCampus ausgestellt.

Am Wochenende 20./21. Februar werden sie im Rahmen der Kunstausstellung von Jutta Reiss im ehemaligen Modehaus Dienz am Friedrich-Ebert-Ring 56 in Koblenz nochmals einem größeren Publikum präsentiert.

BildxxcEntwurf: Valentina Tordi – bis ins Detail komplett durchgearbeitet

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Entwurf: Jan Kubasta – 4 bis 6 Geschosse in Holzmodulbauweise

Gesamtgebiet
Entwurf: Eric Fiegein Holzmodulbauweise

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Entwurf: Felix Jung – EG mit Gemeinschaftsräumen und kommunikativen Zonen

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Entwurf: Dragana Lazic – Wohnen für alle (Flüchtlinge + Studenten)

 

 

 

Ein Kommentar zu “Flucht nach vorn

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