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Schon seit Jahren beschließen die deutschen Bistümer, Pfarreien zu größeren Seelsorgeeinheiten zusammen zu legen. In Folge dessen werden die christlichen Kirchen geschlossen, umgenutzt oder abgerissen.

Aber wenn man denkt, dass es schlimmer nicht mehr kommen kann, wird man eines Besseren belehrt: Im Bistum Trier ist jetzt die radikale Reduzierung von bislang 900 Pfarreien auf weniger als 100 vorgesehen, eigentlich sogar auf nur noch etwa 60 eigenständige Pfarrgemeinden.

Was wird nun mit den ortsbildprägenden Kirchenbauten? „Wenn die Kirche nicht mehr als Gebetsraum genutzt wird, nutzt mir auch die schönste Kirche nichts“, sagt der Bischof Stephan Ackermann und ergänzt: „Schließlich hänge der Glaube ja auch nicht von Steinen ab.“

Für diese Auffassung des Trierer Bischofs kann ich kein Verständnis aufbringen. Kirchen haben über ihre Funktion als Gottesdienstort hinaus nämlich eine essentielle Bedeutung: Kirchengebäude sind das weithin sichtbare Merkmal der Christenheit. Durch die Schließung von Kirchen verzichtet man sehenden Auges auf die wirksamste, nämlich die dreidimensionale, räumliche und emotionale Kommunikation.

Kirchen fungieren als Elemente des Urban Brandings.

Über ihre sakrale und spirituelle Bedeutung hinaus sind Kirchen natürlich auch Stein gewordene Geschichte. Gerade an sakralen Bauwerken lässt sich das kulturelle Selbstverständnis der jeweiligen Epoche beispielhaft ablesen. Auch die vom Abriss besonders bedrohten modernen Kirchenbauten, die in der öffentlichen Meinung wegen ihrer äußeren Anmutung nur geringe Wertschätzung erfahren, stellen neben den romanischen Domen, gotischen Kathedralen und barocken Gotteshäusern unser architektonisches Erbe ad perpetuam memoriam dar.

Und dort, wo es noch Christen gibt, die sich einsetzen für ihre Gotteshäuser, werden diese von der Kirche nicht gehört und vor den Kopf gestoßen. So geschehen in Worms, wo sich seit Jahren Bürger für den Wormser Dom engagieren, wo ein geplanter Neubau die Sicht auf den westlichen Teil des Doms und sein herrliches Erscheinungsbild beeinträchtigen wird.

Alles sehr schade!

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© Dr. Hilmar Kienzl, Bürgerinitiative Kein-Haus-am-Dom (beide Abbildungen)

Siehe hierzu auch:

http://www.kein-haus-am-dom.de/?Aktuelles___Presseerklaerung_zur_entdeckten_Taufpiscina_am_Wormser_Dom_23.07.2015

http://www.kein-haus-am-dom.de/?Aktuelles___Unterstuetzung_durch_Architektur-Prof._Hennner_Herrrmanns_8.2.2015

 

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