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P1260220 Es ist wohl dem morbiden Charme dieser einzigartigen Lagunenstadt zu verdanken, dass Thomas Mann 1911 seine Novelle „Tod in Venedig“ verfasste. Später wurde der Stoff von Luchino Visconti verfilmt. Dass der Film heute Abend auf Arte läuft, freut mich besonders, bin ich doch erst gestern Abend von einer Studentenexkursion aus Venedig – wieder einmal sehr beeindruckt – heimgekehrt.

Die geheimnisvolle Ausstrahlung Venedigs liegt an seiner großartigen Architektur und den engen, verwinkelten Gassen und Kanälen. Keinesfalls tragen, wie in Salzburg oder Wien, die Friedhöfe dazu bei; denn beigesetzt wird der Venezianer nicht in der Stadt, sondern auf einer Insel der Toten, einer separaten Friedhofsinsel in der Lagune.

P1260732 Unsere Unterkunft befand sich in einem sanierten Klostergebäude, an den Fondamente Nouve, von wo aus wir auf den von einer hohen Ziegelmauer umgebenen Campo Santo blickten. Nach außen hebt sich die im Stil der Renaissance erbaute Klosterkirche San Michele mit ihrer sechseckigen Cappella im stadtbildprägenden istrischen Kalkstein signifikant von der Einfriedung des Friedhofs ab.

P1260543 Im Inneren des Friedhofsareals der Insel San Michele ist der klösterliche Kreuzgang noch erhalten. P1260501

Hohe Zypressen säumen die beiden Hauptwege. P1260532 Zum Areal gehören neben einer Friedhofskapelle, ein Krematorium sowie Kolumbarien und Ossuarien.

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Einzelne Grabfelder sind jeweils durch Mauern abgetrennt, die die Kolumbarien enthalten. An der Nordseite reihen sich die Ossuarien aneinander.
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Die Bestattungskultur erscheint uns etwas fremd: Die Toten werden zunächst in Erdgräbern begraben, um später – nach einigen Jahren – exhumiert und in Ossuarien bestattet zu werden. Diese Ossuarien befinden sich wie die Kolumbarien ebenfalls in den Mauern. Ein sehr spezieller Ort!
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Eine Erweiterung um 15 000 Grabstätten wurde in den letzten Jahren von dem Architekturbüro David Chipperfield gestaltet.
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Dieser neue Teil aus Basalt steht in Kontrast zum historischen. Scheinbar hermetisch abgeriegelt besteht der Neubau aus einer Raumabfolge von vier Höfen von denen jeder anders gestaltet wurde.

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Respice finem! (Bedenke das Ende.)

Ein Kommentar zu “Die Insel der Toten: San Michele

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