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Noch steht die Kirche St. Peter und Paul in Urbar

Man kennt es ja nicht anders, als dass Christen es widerstandslos zulassen, dass unzählige christliche Kirchen in Deutschland aufgegeben werden. Es hat mich aber doch erstaunt zu lesen, wieviel echte Begeisterung das Ausräumen einer aufgegebenen Pfarrkirche bei den Pfarrgemeinde-Mitgliedern auslösen kann.

So zumindest liest sich der Bericht einer Pfarrgemeinde im Heimat Echo vom 22.01.15. Unter dem unternehmenslustigen Titel „Können wir das schaffen? Ja, wir schaffen das!“ wird über die Ausräumaktion der Kirche St. Peter und Paul in Urbar berichtet.

30 freiwillige Helfer gingen offenbar voller Begeisterung und großem Elan ans Werk. „So wurde zum Beispiel das große Kreuz über dem Altar abgehangen, die Lampen demontiert, die Sakristei und die Werktagkapelle ausgeräumt […] Zwei bereitgestellte Container waren bald randvoll…“ „Inzwischen sind auch die Orgel und die Kirchenbänke verkauft.“

Der zuständige Pfarrer hat es sich nicht nehmen lassen, mittags eine Stärkung auszurichten: „Und wo war das Buffet aufgebaut? Auf dem profanen Altar. So war es ein ganz neues Erlebnis, um den ehemaligen Altar herumzustehen, Erinnerungen auszutauschen und dabei ein Fleischwurstbrötchen zu essen…“

Nur ganz selten liest man davon, dass Christen sich für kirchliche Aktionen dermaßen begeistern können. Im ganzen Artikel findet sich kein Wort des Bedauerns über die Aufgabe der Kirche, wobei man doch annehmen müsste, dass eine solche Ausräumung normalerweise Gefühle von Verlust und Trauer ausgelöst. Stattdessen wurde die Räumung offenbar als Riesengaudi erlebt.

Jetzt kann der Abriss ja beginnen.

Siehe hierzu auch den ArchBlog v. 08.12.13

Ein Kommentar zu “Fleisch wurst brötchen am Altar

  1. Pingback: Abbruch | ARCH BLOG

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