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©Werner Sobek Group

Auf unserer traditionellen baugeschichtlichen Studienexkursion zur Weißenhofsiedlung haben wir uns in diesem Wintersemester 2014/15 ein interessantes Architekturobjekt angeschaut, das Teilnehmer früherer Exkursionen nicht zu Gesicht bekamen.
In der Weißenhofsiedlung, die 1927 als Werkbundausstellung in Stuttgart errichtet worden ist, steht nun gleich vis-à-vis dem Etagenwohnhaus von Mies van der Rohe ein neues Gebäude, allerdings nur temporär für zwei Jahre. Konzipiert wurde das sog. Aktivhaus (Passivhaus war gestern) von der Werner Sobek Group, Stuttgart.

(Siehe auch ArchBlog v. 26.07.12)

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In der Glasfassade spiegelt sich auch das gegenüber stehende Haus von Mies van der Rohe

Das Aktivhaus B10 – der Name geht zurück auf die Adresse „Bruckmannweg 10“ wurde in Kooperation mit dem Fertighausbauer „SchwörerHaus“ errichtet. Ein in Holztafelbauweise präfabriziertes Modul wurde vor Ort aus zwei Komponenten zusammengesetzt, nämlich dem Funktionsraum und dem Technikriegel mit vorinstallierter Küche sowie Nasszelle. Getragen wird der kellerlose Flachdachbau von einem Fundament, bestehend aus nachjustierbaren Stahlstützen und einem Trägerrost. Die gesamte Konstruktion ist recycelbar. Deshalb ist die hochwärmegedämmte Gebäudehülle an den fensterlosen Seiten auch mit einem Textilgewebe bespannt.

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Mies van der Rohe, Le Corbusier und jetzt auch Werner Sobek

Zum Energiekonzept: Intendiert ist neben der hochwärmegedämmten Gebäudehülle und der Straßenfassade mit Vakuumisolierglas die Beheizung bzw. Kühlung, die auf einer Wasser/Wasser-Wärmepumpe basiert. Für die Übertragung werden Fußboden und Decke aktiviert. Die Vorlauftemperaturen werden aus nachhaltigen Quellen, d. h. aus Photovoltaik und Solarthermie generiert; die Anlage hierfür ist auf dem Dach installiert. Ein unterirdischer Eisspeicher als Langzeit-Phasenspeicher konserviert die in der Wärme/Kälte gespeicherte Energie. Dank des innovativen Energiekonzepts und einer selbstlernenden hocheffektiven Gebäudesteuerung erzeugt B10 das Doppelte seines Energiebedarfs. Mit dem Überschuss soll ein Elektroauto und das sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche Haus von Le Corbusier mitversorgt werden.

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 Die Terrasse kann hochgeklappt werden, um die Glasfassade zu verschließen. Die Fassadenseiten sind mit einem Textilgewebe bespannt.

B10 gehört zum von der Bundesregierung geförderten Forschungsprojekt “Schaufenster Elektromobilität”. Dieser Prototyp ist ein starker Impulsgeber und zeigt auf die Verknüpfung von ökologischer Energieerzeugung, Energieeffizienz und Energiemobilität in einer vernetzten Zukunft.
Mehr: http://www.aktivhaus-b10.de

Ein Kommentar zu “B10

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