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Dr. Ulrich Knufinke in der Hochschule Koblenz

Zum Artikel „Streben nach urbaner Identität – Synagoge für Koblenz“ in der Rhein-Zeitung v. 26.11.14.

Offener Brief des Architekturhistorikers Dr.-Ing. habil. Ulrich Knufinke, der mit großem Interesse die Bestrebungen, in Koblenz eine neue Synagoge zu errichten, verfolgt und sich eingehend mit der Geschichte der Synagogen-Neubauten in Deutschland befasst hat. Mehrfach war er von mir zu Vorträgen an der Koblenzer Hochschule eingeladen, um über diese Thematik zu referieren.

„Seit einiger Zeit beobachte ich die Bemühungen, in Koblenz eine neue Synagoge für die jüdische Gemeinde zu errichten. Als Architekturhistoriker und langjähriger Mitarbeiter an der Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa habe ich mich intensiv mit der Geschichte der Synagogen in Deutschland beschäftigt. Mit einem Forschungsprojekt konnte ich mich besonders jenen Bauten widmen, die seit dem Holocaust in Deutschland neu errichtet wurden. Mehrfach war ich eingeladen, in Koblenz über diese Thematik zu berichten. Es ist ein gutes Zeichen, wenn sich nicht nur jüdische Gemeinden, sondern viele weitere Bürgerinnen und Bürger einer Stadt für den Bau jüdischer Gemeindezentren und Synagogen einsetzen. Auch wenn, wie in Koblenz, Studierende beim experimentellen Entwerfen solcher Bauten Einblicke in die jüdische Kultur und die deutsch-jüdische Geschichte gewinnen, zeugt dies von einem bemerkenswerten Interesse.

Standortwahl, Gestaltung und Bau einer Synagoge in Koblenz sollten daher Thema breiter, transparenter Auseinandersetzungen und möglichst gemeinsamen Handelns sein. So wurden die recht zahlreichen, architektonisch oft sehr anspruchsvollen Synagogen der letzten Jahre – erinnert sei an sehenswerte Neubauten in Mainz, München oder Ulm – von Architektinnen und Architekten gestaltet, die sich in offen ausgeschriebenen Wettbewerben durchsetzen konnten. Auch in Koblenz dürfte ein Wettbewerb die besten Vorschläge für die Umsetzung hervorbringen. So entstünde ein Projekt, das eine „Angelegenheit“, ein Anliegen aller Bürgerinnen und Bürger der Stadt werden könnte. Das gebaute Ergebnis wäre dann ein neuer Baustein einer lebendigen Stadtgesellschaft.“

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