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„Die Linie ist ein Punkt, der spazieren geht.“ Dieser Satz von Paul Klee ist ohne weiteres auf die Baukunst von Viktor Horta übertragbar. Hier verschmelzen geschwungene Linien im Zusammenspiel von Raum, Form und Material zu symphonischen Gesamtkunstwerken. Hortas architektonische Arbeiten streben an, die Linie zu verräumlichen. Sie sind nicht allein grafisches Ornament. Seine lichtdurchfluteten Bauten, in denen das Baumaterial Eisen schlank, sehnig und statisch effektiv figuriert, avancierten zu Ikonen der Jugendstil-Architektur. Gekurvte Stürze, geschwungene Fenstersprossen und die von der Funktion her bedingte Asymmetrie bestimmen die Komposition.
Alle Bestandteile seines eigenen Wohnhauses in Brüssel repräsentieren den Triumph der ornamentalen Architektur, die über alle Funktionalität hinaus Qualitäten aufweist wie Eleganz und Phantasie, Musikalität und Poesie.
Wie später Mies van der Rohe oder Le Corbusier hat Horta seinerzeit ein neues architektonisches Vokabular entwickelt. Seine Gebäude sind berühmt für ihre Sinnlichkeit und ihren formalen Überfluss. Er schuf gekrümmte, gebogene, geschweifte Formen, die seine Architektursprache erheblich bereicherten. Das Ganze ist in seiner immensen Vielfalt weit mehr als die Summe seiner Teile; sie sind zu einem harmonierenden, symphonischen Ganzen verbunden.

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