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Das Bauprojekt in der Koblenzer Neustadt ist so entsetzlich grauenvoll, dass ich immer schon dachte, hier kann es nur eine Lösung geben: Abriss!

Heute meldet nun endlich die Rhein-Zeitung über den seit bereits mehr als einem Jahr unvollendeten Rohbau, dass aus baukonstruktiven Gründen der „Abriss der Bauruine immer wahrscheinlicher“ wird. Statik und Baukonstruktion sollen fehlerhaft sein.

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Ebenso furchtbar ist aber auch die Gestaltung. Als in 2010 der schlichte aber nicht unschöne Vorgängerbau aus der Wiederaufbauzeit abgerissen wurde, war man noch voller Hoffnung, dass an dieser besonderen Baustelle – vis à vis des Kurfürstlichen Schlosses – zeitgenössisch gute Architektur entstehen würde.

Gestalterisch ungekonnt ist bei dem Bauprojekt der riesige Erker, der ganz untypisch für die Bebauung am Schlossrondell ist. Hier zeigt sich Gestaltsverlust im Bau-Detail.

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Gestaltqualität entsteht aus dem Zusammenwirken der verschiedenen Bauteile.

Unsäglich ist auch die Ausnutzungsgier durch die Füllung der Baulücke mit fünf Geschossen, während die Nachbarbebauung links und rechts sich mit vier Geschossen bis zur Traufe begnügt. Diese Proportionierung ist gestalterisch ärgerlich; denn sie stört das gesamte Erscheinungsbild. Man wunderte sich immer schon, wie diese Planung genehmigt werden konnte.

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Blamabel ist das Projekt für alle: Bauherren, Architekten, Baufirma und Genehmigungsbehörden!

2 Kommentare zu “Sofort wieder abreißen!

  1. Solche Scheußlichkeiten und genehmigungsfragliche Besonderheiten gibt es fast in jeder Stadt. Mancher Architekt würde die Wirkung eines solch disproportionierten Bauwerks bei der Überführung des Roh- in den Fertigbauzustand sicher noch etwas abmildern können um hinterher stolz zu behaupten, dass ja gerade das Stören der Wohlproportion der Umgebung hier die Aufgabenstellung war. Wie dem auch sei. Unfertige Bauten länger anzusehen sind wir in unserer Wohlstandsgesellschaft auch nicht gewohnt. Schlechte Architektur ist jedoch ubiquitär.Dem Maß des ungeübten Betrachters tut das i.d.R. nicht weh – und dies ist leider der Maßstab des sogenannten Verunstaltungsparagraphen 5 unserer Landesbauordnung, mit dem man noch nie eine Katastrophe verhindert hat, weil eben jede Genehmigungsbehörde Angst davor hat, vor Gericht hinten runter zu fallen. Also brauchen wir Fallschutz für die Baugenehmigungsbehörden, damit diese bei mutigen Entscheidungen weich fallen – anders ausgedrückt: Verwaltungsspitze und Politik muss hinter solchen Entscheidungen stehen und nicht wie so oft falsch verstandene Bauherrenhilfe gegen die böse Baubehörde leisten. Dazu gehört es, krasse Fälle wie diesen hier öffentlich aufzugreifen und zu diskutieren. Nur so bekommen die Frau und der Mann auf der Straße die Sensibilität für derartige Themen. Irgendwann merken es dann vielleicht auch die Gerichte…

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  2. Herbert Piel hat in Stadtgeschichte Koblenz gepostet:

    Eigentlich liebe ich Fotos, besonders alte Bilder …klar, ist bei meinem Job ja vorstellbar 😉 Aber in dieser Gruppe tut mir wirklich das herz weh, je mehr ich alte Ansichten von Koblenz sehe, je mehr ich erkenne WIE schön die Koblenzer Architektur mal WAR, desto heftiger ist das unangenehme Gefühl wenn ich heute durch diese Stadt gehe……..

    8. Oktober 19:21

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