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Rhein-Zeitung v. 15.01.14

Auf dem dreieckigen Areal in der Koblenzer Weißer Gasse schlagen wir einen polygonalen Körper als Synagoge vor. Die Grundriss-Konfiguration basiert auf der Zusammensetzung zweier Dreiecke zur Form des Davidsterns, wodurch das Gebäude einmalig und erinnerbar sein soll. Der Betraum in dem kantigen Monolith wird durch ein Oberlicht erhellt, dessen Stabwerk auch den Davidstern als Motiv vervielfacht. So soll eine kontemplative Raumstimmung erzeugt werden. Die Grundriss-Disposition erfüllt die Nutzerwünsche der jüdischen Kultusgemeinde. Deshalb ist auch die Mikwe im UG untergebracht.

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Ein bauliches Ausrufezeichen in der Stadt: Fassade mit in der Vectogrammtechnik umgesetztes Abbild von Fingerabdrücken  

In der Architektur spiegelt sich die Philosophie wider: Es soll ein Zeichen des Ankommens gesetzt werden. Die verglaste Eingangsfront heißt die Menschen willkommen. Der Baukörper ist so platziert, dass an einer Ecke des Grundstücks ein Vorplatz als Freiraum mit Sitzgelegenheiten entsteht.

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Fassade mit Tattoo

Wesentlich für das Erscheinungsbild sind die Straßenfassaden. Als Fassadenmaterial werden wetterfeste Stahlblech-Platten vorgeschlagen, die mit dem Abbild von Fingerabdrücken versehen sind, die die schrecklichen Taten des Holocaust metaphorisch darstellen sollen. Dabei soll das abstrakte Motiv sich wie eine ambivalente Textur um den Baukörper legen. Die Forderung nach der Zeichenhaftigkeit eines Synagogen-Baus wird so erfüllt.

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Die Form als Reflex auf den dreieckigen Standort

Absicht ist, ein Solitär mit besonderer Konnotation zu schaffen. Außerdem soll das vorgeschlagene Gebäude den indifferenten urbanen Raum städtebaulich und architektonisch signifikant bereichern.

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herrmannsArchitekten (Prof. Henner Herrmanns mit Hung Nguyen)

 

9 Kommentare zu “Koblenzer Synagoge kann in Weißer Gasse gebaut werden

  1. Pingback: Presseartikel | ARCHBLOG

  2. Pingback: “Shot”

  3. Es ist in der Tat gut, dass es in der Diskussion zur Koblenzer Synagoge weitergeht. Die Frage die sich mir stellt ist allerdings, ob ein Verweis auf den „Davidstern“ die einzig mögliche architektonische Antwort an diesem, in Tat ‚indifferenten‘ Stadtraum ist. Ein „übriggebliebener“ dreieckiger Platz wird durch ein Dreieck in gleicher Ausrichtung des Platzes ausgefüllt. Das wäre mir am Ende eine etwas zu einfache Lösung der Aufgabenstellung. Zu entscheiden haben das letztlich die Auftraggeber.
    Wenn es übrigens gelingen sollte, soviel Grünvolumen wieder auf den Platz zu bringen wie es in der Seitenansicht den Anschein hat, so würde ich sehr gratulieren.
    Darüber hinaus sollten wir aber auch über die Gestaltung der Gesamtzone nachdenken, also von der Einmündung HohenfelderStrasse bis zur Bahn.

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  4. Der vorgeschlagene stereometrische Baukörper für die neue Synagoge soll sich mahnmalhaft gegen die heterogene Umgebung behaupten.
    So wenig sie sich am Tageskanon der kommerziellen Architektur orientieren soll, soll sie sich an die neuen kuboiden Synagogen in Dresden, München oder Ulm formalästhetisch anlehnen.
    Und die polygonale Form basiert nicht zuletzt auch auf der übergeordneten religiösen Bedeutung der heiligen Zahl „DREI“.

    Tatsächlich sind freiräumlichen Qualitäten integraler Bestandteil des Konzeptes. Das Dach ist sogar begrünt und soll als Terrasse nutzbar sein.

    Dass das Grundstücksdreieck integraler Bestandteil einer gesamten Überplanung des Areals „von der Hohenfelder Straße bis zur Bahn“ in Form eines Masterplans sein müsste, ist eine Forderung, die nur allzu vernünftig ist. Am 10.01.14 habe ich im ArchBlog gefordert:
    „Ein Masterplan muss her!“
    https://herrmanns.wordpress.com/2014/01/10/ein-masterplan-muss-her/
    Ein solcher Plan kann alle relevanten Anforderungen präzisieren und konkret vorschlagen, wie eine qualitätsvolle Entwicklung dieses wichtigen Stadtraums in der westlichen Altstadt realisiert werden kann.

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  5. Pingback: Aufbruch? | ARCH BLOG

  6. Zum Material:
    Der wetterfeste Baustahl ist ein schon lange bekannter, aber zwischenzeitlich vergessener Baustoff. Die ästhetische Anmu­tung des Materials wird durch ein Produkt hervorgerufen, das man dank Feuerverzinkung und moderner Beschichtungssysteme zum Glück nicht mehr auf Stahl­oberflächen findet, nämlich Rost. Der leicht changierende Farbton der Oberflächen wirkt sowohl warm wie zu­leich rau. Das macht gerade seinen besonderen Reiz aus.

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  7. Pingback: Presse | ARCH BLOG

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