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Als ich den Artikel „Glanz in der Hütte“ von Magdalena Kröner in der heutigen FAZ-Ausgabe gelesen habe, fiel sie mir wieder ein, diese unsägliche Ausstellung in Haus Esters in Krefeld, die ich wohl aus gutem Grund verdrängt hatte. Mit unseren Architekturstudierenden des Bachelorstudiengangs hatte ich vor einiger Zeit die Architektur von Ludwig Mies van der Rohe erkundet.

(Siehe hierzu auch im ArchBlog Weniger ist mehr)

Das Villenensemble Haus Lange und Haus Esters zählt ja zu den Inkunabeln des Neuen Bauens in Deutschland. Die Bauten vermitteln noch heute auf beeindruckende Weise die Ideen des Bauhauses, dessen letzter Direktor Mies van der Rohe war.

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Beim Besuch des Hauses Esters fanden wir die aktuellen Installationen von Alicja Kwade vor, und ich muss sagen, dass selten Kunst die Rezeption von Architektur mehr gestört hat als hier. Wie in der FAZ nett beschrieben, besteht die Ausstellung aus „alltägliche Dingen“, die die Künstlerin angeblich „neu taktet“. Neben zusammengerolltem Geschenkband, goldenem Schmuck aus dem Nachlass einer Verstorbenen, Porzellanfiguren, Produktionsreste aus der Produktion von Centmünzen, etc. finden sich unzählige Steinbrocken, auf einer Achse von innen nach außen aufgereiht, innen als kleine Steinchen, in dem wundervollen parkartigen Garten als immer größere Findlinge.

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Die schlüssige Konzeption dieser raumgreifenden Arbeit der Nachwuchskünstlerin konnte sich uns nicht erschließen. Nur die fünf Tischleuchten auf dem Parkettboden des häuslichen Arbeitszimmers des ehemaligen Verseidag-Direktors Josef Esters, bekannt unter dem Namen „Kaiser-Idell-Leuchten (die Christian Dell am Bauhaus 1933/34 entwarf und die auch in der Nachkriegszeit noch produziert wurden) waren für uns das einzige an Gewissheit.

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Magdalena Kröner in der heutigen FAZ hierzu:

„In einem verdunkelten Zimmer neigen weißlackierte Lampen ihre Köpfe zum Boden; eine der Lampen scheint sich bereits eingegraben zu haben wie ein Vogel Strauß“. Zu dieser Interpretation erübrigt sich wohl jeder weitere Kommentar.

 

Als jemand, der auch zeitgenössischer Kunst sehr aufgeschlossen gegenüber steht, habe ich diese Ausstellung „Grad der Gewissheit“ im Haus Esters in Krefeld als ausgesprochen störend empfunden. Allein schon der Titel des Artikels in der FAZ „Glanz in der Hütte“ leugnet die Tatsachen; denn weder verleiht diese Ausstellung Glanz, noch kann man die Krefelder Villa Esters als Hütte bezeichnen.

2 Kommentare zu “Haus Esters

  1. Pingback: Mies van der Rohe | ARCH BLOG

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