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Sie dienen der Erholung und der sportlichen Betätigung: Schwimmbäder. In Koblenz – der Stadt an Rhein und Mosel – gab es einst, bis ins 20. Jahrhundert, öffentliche Flussbadeanstalten. 1966 ist in schönster Mosellage, an der Balduinbrücke, auf dem Areal des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Dominikanerklosters in der Weißer Gasse ein städtisches Hallenbad gebaut worden. 2012 wurde das marode Schwimmbad wegen Baufälligkeit geschlossen, nachdem sich Revitalisierungsmaßnahmen als vergeblich herausgestellt hatten – nur der Saunabetrieb wurde noch aufrechterhalten. Siehe hierzu auch ArchBlog v. 27.11.13.

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Verkaufsanzeige aus der FAZ v. 10.01.14

Da die Stadt eine potentielle innerstädtische Brache verhindern möchte, beabsichtigt sie nunmehr das Stadtbad zu verkaufen und an anderer Stelle ein neues Hallenbad zu errichten. Die städtischen Zielvorstellungen sehen vor, dass nach dem Abriss der alten Schwimmhalle an dieser Stelle eine Wohnbebauung oder ein Hotelneubau entstehen soll. Auch Bauten für kulturelle Zwecke – wie eine Synagoge, siehe hierzu auch ArchBlog v. 18.12.13wären „untergeordnet zulässig“. Von vorn herein als Nutzung ausgeschlossen sind: großflächiger Einzelhandel, gewerbliche Produktion, Spielhalle, Sexshop, Diskothek oder Bordell.

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Trotzdem besteht die große Gefahr, dass Investoren, die sich für dieses sehr attraktive Bauareal interessieren werden, die Gelegenheit erhalten, ihre sehr eigenen, meist stark ökonomisch geprägten Vorstellungen durchzusetzen und eventuell ein städtebaulich nicht wünschenswertes Bauvorhaben realisieren. Dann wäre wieder einmal eine große Chance vertan, das Bild der Stadt nachhaltig zu verbessern. Aus diesem Grunde ist es ratsam, zunächst einen städtebaulichen Masterplan zu erstellen. Ein solches Entwicklungskonzept kann die funktionalen und gestalterischen Anforderungen präzisieren und konkret vorschlagen, wie eine qualitätsvolle Weiterentwicklung dieses wichtigen Stadtraums erfolgen kann. Deshalb muss ein öffentlicher Architektenwettbewerb ausgelobt werden!

5 Kommentare zu “Ein Master plan muss her!

  1. Hans-Jörg Assenmacher, Notar in Koblenz, schreibt in der Rhein-Zeitung v. 30.01.14:
    „Das letzte große Innenstadtareal wird nicht stadtplanerisch in einem Bebauungsplanverfahren umfassend geplant. Die Stadt geht nach Zustimmung des Stadtrates wiederum den Weg der investorenbezogenen Planung. Was dies bedeuten kann, haben wir im Rahmen der Neuordnung der Innenstadt gesehen. Gerade im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der Stadt und der Region wäre sicherlich ein Mehr notwendig. Die Stadtplanung stiehlt sich wieder aus der Verantwortung.“

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  2. Man muss sich doch wirklich fragen:
    Wie sollte sich Koblenz baulich entwickeln?
    Wo liegen die Potenziale für die Planung und Gestaltung einer lebendigen und lebenswerten Stadt?
    Wie könnte ein „räumliches Leitbild“ aussehen?

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  3. Pingback: Das neue Quartier „Think K“ in Stuttgart | ARCH BLOG

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