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Haus Saint-Cyr: Wahnwitziger Ausbruch ornamentaler Raserei

Im Vergleich zum Pragmatismus der modernen Architektur, der uns Architekten mit dem Diktum „form follows function“ bzw. „less is more“ unausweichlich im Nacken sitzt, ist die Detailfülle des Jugendstils für uns heute atemberaubend.

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Haus Saint-Cyr: exzessive Ornamentik

Jugendstilarchitekten wie Victor Horta, Gustave Strauven & Co. müssen wie im Rausch entworfen haben, anders lässt sich die opulente, exaltierte Gestaltung der von ihnen entworfenen Häuser nicht erklären.

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Haus Saint-Cyr: hemmungslose Überschwänglichkeit mittels gekurvter Eisenkonstruktionen und geschwungenen Fenstersprossen

Die Apotheose ist das phantastische Haus Saint-Cyr, das Gustave Strauven 1903 fertiggestellt hat. Dieses virtuose Glanzstück des belgischen Jugendstils ist überzogen mit eisernen Geländegittern, verschnörkelten Fenstersprossen und einer verspielten filigranen Bekrönung.

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Haus Saint-Cyr

Auch für Victor Horta war eine emblematische Detailfülle programmatisch für seine extravaganten Bauten, die frei von jeder Stereotypie waren. Für das städtische „Vorsprechen“ sah er theatralische Fassadenkleider vor, barockartig verspielt, fast schon poetisch, oft auch mit großem künstlerischen Pathos und narzisstischer Attitüde: Kompositionen aus Eisen, Glas und Stein voller Raffinement.

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Wohnhaus von Victor Horta: üppige dekorative Innenausstattung

Nichts ist statisch, alles scheint in Bewegung. Auch das eigene Wohnhaus, das heute als Museum der Öffentlichkeit zugänglich ist, besitzt diese außergewöhnliche Schönheit mit seinen sehnigen Detailkonstruktionen aus Stein und Eisen, die sich exhibitionistisch zur Schau stellen.

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Wohnhaus von Victor Horta: Verzicht auf Symmetrie, die als Voraussetzung für gute Gestaltung galt

Diese rauschhafte floral-flamboyante Ästhetik ist ein El Dorado für Architekturstudenten/innen.

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Wohnhaus von Victor Horta: Maßgeblich war die Jugendstil-Vorstellung vom Gesamtkunstwerk

Und natürlich haben wir die Jugendstilbauten auch gezeichnet, gemäß LeCorbusier, dass man nur gesehen hat, was man auch gezeichnet hat.

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12 13 14 15Studentische Skizzen: Die beiden ersten zeigen das Wohnhaus von Victor Horta, die drei letzten geben das Haus Saint-Cyr wieder mit der ganzen Jugendstil-Ornamentik.

Ein Kommentar zu “Brüssel: Wie im Rausch

  1. Pingback: Brüssel – Spurensuche | ARCHBLOG

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