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Domplatz Salzburg

Jedermanns Traum

Hier ein Text von Sebastian Mann. Er hat als Student im letzten Jahr an der Exkursion nach Salzburg teilgenommen und ausführlich darüber berichtet. Hier seine Ausführungen:

Das 2. Master-Semester Architektur der Hochschule Koblenz hatte das Vergnügen, die wunderschöne Stadt Salzburg zu erleben und zu zeichnen. Anreise und die Unterkunft wurden von uns Studenten individuell ausgesucht und gebucht. So wurde nach Salzburg aus der Luft, mit der Bahn und mit dem Auto angereist.

Salzburg ist eine architektonische bzw. städtebauliche Perle nördlich der Alpen, auch ohne Autobahnmaut über die Landstraße zu erreichen. Die Stadt liegt direkt an der deutschen Grenze, am Fuße der Ostalpen. Die Schieferalpen in und um Salzburg werden auch die Grasberge genannt. Im Mai während der Exkursion konnte man kaum die Augen von dem grünen Bergpanorama nehmen mit seinen Bergbauernhöfen, in der Ferne mit seinen schneeweißen Bergkuppen und der Hohensalzburg.

DSC06099Salzburger Dom

Schon am ersten Abend konnte man einen beeindruckenden Einblick von der Stadt an der Salzach bekommen. Um 17.00 Uhr ging es dann mit Zeichenplatte, Zeichenstiften, Hocker, Vorfreude und allerschönstem Sonnenschein vor dem Salzburger Dom los. Auf dem Domplatz wurde das imposante Westwerk mit seinem prachtvollen Figurenschmuck und seinen 81 m hohen Türmen gezeichnet. Unser Zeichenfluss wurde von einem Didgeridoo-Spieler mit dumpfem Beat beschleunigt.

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Kollegienkirche

Nach der ersten Zeichnung ging es dann mit Sack und Pack in Richtung Kollegienkirche. Auf dem Universitätsplatz vor dem Geburtshaus von Wolfgang Amadeus Mozart durften wir das Referat zur Kollegienkirche hören. Von Professor Herrmanns bekamen wir dann noch weitere baustilistische Einflüsse erklärt und sein Unverständnis, dass Touristen sich auf Mozarts Geburtshaus konzentrieren und nur mit einem halben Auge die prachtvolle Kollegienkirche betrachten. Gezeichnet wurde dann die dreigeteilte Fassade mit seinen konkav herausstehendem Mittelteil und seinen links und rechts flankierenden Türmen. Am Fassadenmittelteil der zweitwichtigsten barocken Kirche Salzburgs kann man gut von außen drei ungleichmäßige Geschosse im goldenen Schnitt ablesen. Da es schon spät geworden war, konnten wir wegen fehlenden Lichtes an diesem Tag leider keine Zeichnung mehr erstellen. Der Abend klang wahrscheinlich mehr oder weniger bei jedem mit einem österreichischen Weißbier und einem deftigen Abendessen aus.

P1010951Hangar 7

Der Dienstag begann so wie der letzte Tag endete mit gefühlten 25°C um 9 Uhr morgens. Endete der Montag mit barocker Sakralbauarchitektur begann der zweite Tag mit modernster Hallenarchitektur des Hangars 7 auf dem Salzburger Flughafen. Das Gebäude Hangar 7 war ursprünglich als Reparaturhangar für die Flugzeugstaffel des in Salzburg ansässigen Energiegetränkeherstellers Red Bull gedacht. Da das Gebäude mit seiner spinnenartigen Konstruktion so herausragend gut gelungen ist, wurde der Plan gefasst den Hangar 7 als reine Ausstellungshalle für Red Bull Flug- und Rennsportgeräte zu verwenden. Das Gebäude hat zwei die Halle schneidende Glastürme und beherbergt eine gehobene Sterne-Gastronomie. Die Aufgabe des Reparaturhangars übernimmt ein neu gebauter Hangar, gegenüber dem großen Falttor des Hangars 7. Die Gestalt des Hangars 7 ähnelt von außen mit seiner gekrümmten punktgehaltenen Glasfassade einem großen glänzenden Flugzeugflügel. Die von uns skizzierte Stahlkonstruktion überspannt stützenfrei die ausgestellten Sportgeräte.

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Neue Mitte Lehen

Nach dem Skizzieren in der aufgeheizten Halle ging es in der Mittagssonne zu einer nahe gelegen Busstation und zurück in die Stadt. Von weitem konnten wir schon die weit auskragende Dachscheibe der sogenannten „Neue Mitte Lehen“ bewundern. Der Gebäudekomplex besteht aus zwei parallelen Gebäuderiegeln, die eine große Freifläche flankieren.

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Neue Mitte Lehen

Das aus unserer Blickrichtung rechts sich befindende Gebäude des Komplexes ruht auf Pilotis und das linksstehende, von uns skizzierte Gebäude, hat eine weit auskragende Panorama-Bar. In diesem Gebäude befindet sich heute die neue Stadtbibliothek. Die Schwierigkeit beim Skizzieren lag für die meisten im Zeichen dieser Skybar.

DSC06198Heizkraftwerk Mitte

Nach einer halben Stunde Mittagspause im Schatten des auf Pilotis ruhenden Riegels verlief unser Weg der Salzach entlang. Schon von weitem konnte man einen Bruch der Stadtsilhouette bemerken. Dieser von den Stadtbewohnern benannte „Schandfleck“ ist das Heizkraftwerk Mitte. Eine schmucklose „Sichtbetonskulptur“ mit einem 70 Meter hohen Turm. Bestimmt ist die Fassade eine minimalarchitektonische Meisterleistung, die jedoch von den Salzburger Bürgern nicht angenommen wird. Sogar ein Architekturpreis wurde von der Salzburger Landesregierung zurück genommen. Das Gebäude hat einfach eine moderne Gestalt, welche auf einer grünen Wiese wirken und wahrscheinlich auch akzeptiert werden würde. In einer Stadt wie Salzburg wird halt ein harter wahrscheinlich von den Architekten gewollter Bruch bewirkt, der aber nicht zu Salzburg mit seinem barocken Stadtgefüge passt.

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S-Bahn-Brücke

Nur wenige Meter weiter liegt eine von 13 Brücken über die Salzach. Die Brücke gilt als Architektur- und Ingenieurmeisterwerk. Die plastische Form der zwei nebeneinanderliegenden Brückenteile wird nachts mit einem Farbwechselspiel verstärkt. Obwohl die Brücke an den Seiten Lärmschutzwände hat, konnte man zeitweise, durch den Körperschall der S-Bahn verschuldet, dem Vortrag akustisch nicht folgen, da wir unter der Brücke standen. Fazit ein guter Sonnenschutz aber als Vortragsraum ungeeignet.

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Müllner Kirche

Weiter ging es dann mit leichter Anstrengung den Mönchsberg zur Pfarrkirche empor. 1439 wurde die Kirche im spätgotischen Stil errichtet. Im Jahr 1460 wurde der zur Pfarrkirche ernannten Kirche ein Kloster angeschlossen. Später im Jahr 1673 wurde die Kirche dann im Barockstil umgebaut. Von außen wurde der Kirchturm mit einem Pyramidendach zu einem charakteristischen Helm mit Doppellaterne umgebaut. Um in das Innere der Kirche zu gelangen mussten wir wieder ein Stück herunter und nach betreten des Kirchenportals den zuvor abgestiegenen Höhenunterschied über breite Treppen wieder nach oben steigen. Nachdem wir die Kirche mit ihren für Salzburg normalen unbequemen Kirchenbänken (im Rücken eine zwei Zentimeter dicke Holzkante) Platz genommen hatten, konnten wir den 1753 barockisierten Innenraum auf uns wirken lassen. Altar und Kanzel wirken pompös mit Gold überladen; dennoch kommt man bei der Detaillierungsgrad der Ornamente der Skulpturen nicht aus dem Staunen. Nach der Betrachtung des imposanten Innenraumes wurde natürlich eine Zeichnung im allerschönsten Sonnenschein angefertigt mit Kirchturm, Kirchenschiff und Friedhofsmauer.  

In dem der Kirche angeschlossenen Augustinerkloster befindet sich das Müllner Braustübel, die größte Biergaststätte Österreichs, die wir selbstverständlich einem Selbsttest in einer zweiten Mittagspause unterzogen haben. Als wir das Kloster betraten, konnten wir unseren Augen kaum trauen: Mitten im Kloster gab es kleine Stände, an denen man Brezel, Pommes Frites, Haxen, Pfefferwürstchen und Brot kaufen konnte. Wer so etwas noch nie gesehen hatte, war erst einmal perplex. Und was möchte man in einem Biergarten? Ja, Bier. Nachdem man sich einen Krug aus dem Regal genommen hatte und ihn hat füllen lassen, konnte man mit einigen hundert anderen Gästen bei schönstem Wetter unter Kastanienbäumen das feine Weißbier genießen.

P1080983 Markuskirche

Nach dem Essen wurde dann der Abstieg in Richtung Markuskirche angegangen. Die Kirche steht in direkter Nähe am Mönchsberg, sie wurde schon einmal nach einem Erdrutsch zerstört und zum Glück wieder aufgebaut. Die Kirche im Barockstil wurde 1990 der ukrainisch-griechisch-orthodoxen Kirche übergeben.

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Markuskirche: Kuppel innen

Der prachtvolle Innenraum ist im Grundriss klein aber entfaltet sich erst mit der Höhenwirkung richtig. Wie im Referat fälschlich gesagt, ist die Höhe der Decke nicht 75 m sondern ca. 25 m hoch. Nach einem kleinen spaßigen Exkurs im Schätzen von Höhen und Weiten und Wirkenlassen des Raumes, wurde auf den äußerst unbequemen Kirchenbänken dem Vortrag weiter gelauscht.

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Markartsteg

Nach der ausführlichen Betrachtung eines vor der Kirche stehenden Kunstwerks ging es weiter zum Markartsteg. Der Markartsteg ist eine weitere von 13 Brücken und eine von sieben Fuß- und Radwegbrücken in Salzburg. Der Steg, welcher am rechten Salzachufer in der Nähe des Hotel Sacher liegt, verbindet den Franz-Josef-Kai mit dem Elisabethkai. Die Flussquerung wurde 1905 als Museumsteg im Jugendstil errichtet, 1967 wurde sie neu errichtet und als schwingender Steg bekannt. Durch rege Nutzung wurde die Brücke baufällig und so wurde ein Anlass gefunden eine europaweite Ausschreibung zur Errichtung des nach dem Maler Hans Markat benannten Stegs durchzuführen. Die von dem Architekturbüro Halle 1 gebaute Verbindung ist eine in sich verdrehte in einer Kurve liegende Stahlbetonkonstruktion. Das für Liebespaare interessante Geländer mit Maschendrahtausfachung hält sich trotz Zusatzapplikationen (Liebesschlösser) zurück und lässt die geschwungene Form der Brücke über der Salzach als Skulptur entfalten.

P1080790 Mirabellengarten

Während der Überquerung in Richtung Mirabellengarten fiel der Blick auf pompöse mit Pilastern und Säulen verzierte Stadtvillen. Der 1854 vom Kaiser Franz Joseph der Öffentlichkeit übergebene Garten war nach Kriegszerstörung von 1950 bis 2004 nun wieder renoviert und historisch wiederhergestellt worden. Die zentrale und prominente Lage des Gartens mit der angrenzenden Orangerie, Mirabellenschloss, Barockmuseum, Landestheater und der Universität Mozarteum lädt mit seinen Brunnen, Beeten, und Grünflächen zum Schlendern und Verweilen ein.

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Mirabellengarten (im Hintergrund die Festung Hohensalzburg)

Der wunderschöne Garten mit seiner barocken Wegführung und nördlich angelegtem Rosengarten verfügt über zwei Besonderheiten: ein Plateau welches einmal zu einer Fortanlage gehörte mit neu angelegten Garten und lustig gestalteten Zwergen (ursprünglich 17 Jahrhundert) aus Marmor sowie ein Heckentheater mit Orchestergraben, welches noch heute für Aufführungen genutzt wird. Wie könnte man den Garten in seiner Schönheit besser genießen als mit einer Zeichnung im Grünen. Vor dem Rosenhügel auf der Treppe mit Blickrichtung auf die imposante Festung Hohensalzburg und die Türme bzw. Kuppel des Doms wurde die letzte Zeichnung an diesem Tag angefertigt. Mit Zeichenstift und Pinsel sind dann gelungene Aquarelle entstanden. Nach dem anstrengenden Tag ließ man den Abend individuell mit einem Weißbier, Stadtspaziergang oder mit Genießen der Abendsonne ausklingen.

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Dreifaltigkeitskirche

Das frühe Aufstehen am nächsten Tag mit Treffpunkt 9 Uhr vor der Dreifaltigkeitskirche wurde belohnt mit Morgensonne und touristenfreiem Blick auf die palastartige, dennoch mit zurückhaltend geschmückten Pilastern, Säulen und korinthischen Kapitellen ausgeführte Kirchenfassade. Die mittig nach hinten gesetzte Kuppel mit Laterne wirkt wie die Spiegelachse für die zwei Glockentürme, welche in viereckiger Grundrissform an jeder Seite eine Turmuhr haben. Einfach eine wunderbare Zusammenstellung der barocken Gesimse, Säulen, Pilaster und Sprossenfenster nach italienischen Vorbild.

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Dreifaltigkeitskirche

Im Innenraum des Sakralbaus fällt beim Nachobensehen erst auf, dass der Kuppelbau eine ovale Grundform hat. Nach ausführlicher Betrachtung der sakralen Superlative im Inneren wurde der Turm mit den angrenzenden Gebäuden gezeichnet. Die Schwierigkeit lag besonders darin, perspektivisch das kupfergrüne Kirchturmdach aufs Papier zu bringen. Die meisten waren vermutlich froh, die Basilika von außen und nicht von innen zeichnen zu müssen.

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Residenzbrunnen

Als letzter Programmpunkt stand dann eine Exkursion zur Salzburger Brunnenarchitektur auf dem Residenzplatz an. Der Residenzbrunnen, der in der unmittelbaren Nähe zum Salzburger Dom steht, gilt heute als eines der wichtigsten europäischen Barockdenkmäler. Im dem marmornen Brunnen speien vier Meeresrösser Wasser. Auf dem Felsen in der Mitte befinden sich Athleten, die eine Wasserschale mit Fischen tragen, und auf den Fischen befindet sich eine weitere Schale mit Triton, einem griechischen Gott. Der Brunnen liegt inmitten des Platzes und wurde nach Renovierung in ein Pflaster aus Flusssteinen gebettet. Nach Bekanntgabe des Treffpunktes am nächsten Tag wurde die Abendgestaltung angegangen. P1160292

Gruft von Salzburgs Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau

Am Treffpunkt Kirche St. Sebastian um 9 Uhr ging es weiter mit der barocken Sakralbauarchitektur. Die St. Sebastianskirche befindet sich am Fuße des Kapuzinerberges. Bevor wir die Kirche begutachteten, gingen wir auf den angrenzenden St. Sebastian Friedhof, welcher von Arkaden umgeben ist, die im Jahr 1600 angelegt wurden. Der italienische Baumeister dieses Friedhofs, Andrea Berteleto, wurde 1602 dort begraben. Inmitten des Friedhofs steht eine Gruft, in der der Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau begraben liegt. Weitere Prominente auf dem Friedhof sind unter anderem Leopold Mozart in einer Gruft und Constanze Mozart. Netterweise wurden wir von einem Pfarrer in die kapellenartige Gruft inmitten des Friedhofs eingelassen. Der Innenraum ist mit prunkvollen in die Wand eingelassenen Skulpturen mit vergoldeten Ornamenten verziert. Das Highlight waren die gefliesten runden Wände mit mosaikartigen 5 x 5 cm großen Fliesen in unterschiedlichsten Farben zu einem Verlauf über die ganze Wand. Also wer denkt, Gruft hat nur was mit Dunkelheit zu tun, der irrt. Man hat selten so etwas Farbenfrohes in einer Gruft gesehen. Durch den Pfarrer konnten wir weitere Hintergrundinformationen bekommen.

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Sebastianskirche

Nach dem wir alle draußen waren, und die Tür mit einem bestimmt 20 cm großen Schlüssel verschlossen war, begleiteten wir den Priester in die angrenzende Kirche St. Sebastian. Die um 1500 als gotische Kirche errichtete und 1750 im Barockstil umgebaute St. Sebastianskirche ist beim großen Stadtbrand 1818 in Mittleidenschaft gezogen worden. Die wiederaufgebaute Kirche soll ihr ursprüngliches Aussehen weitestgehend verloren haben. Das Innere der Kirche unterscheidet sich stark von dem anderer Salzburger Barockkirchen. Die Wände sind weitestgehend weiß und die Pilaster und Kapitelle in leichtem grau gehalten. Der Hauptaltar und seine Nebenältere sind marmorfarben und teils mit Gold verziert. Die Kirche wird durch ihre durchsichtigen Scheiben von beiden Seiten so lichtdurchflutet, und das Licht von den weißen Wänden so reflektiert, wie man es sonst kaum bei einem Gotteshaus sieht. Den Raum konnte man von der Empore aus erst richtig genießen, welche über eine Treppe mit krummen und schiefen Holzstufen zu erreichen war. Der junge Pfarrer gab uns eine kleine Kostprobe vom Klang der feinen Orgel. Es ist erstaunlich, wie altbewährte Technik über 180 Jahre noch so gut klingen kann.

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St. Sebastian Friedhof

Nach einem Dankeschön ging es nochmals die Arkaden entlang, an denen besonders schöne und beängstigende Grabsteine aufgestellt sind. Da es ja einen Grund gab Salzburg zu besuchen, wurde die von innen lichtdurchflutete Kirche von außen im Schatten sitzend gezeichnet. Da die Kirche längst der Straße steht, wurde sie von zwei Hauptperspektiven gezeichnet. Eine Studentengruppe skizzierte von unten und eine Gruppe von oben.

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Blick vom Kapuzinerberg auf die Festung Hohensalzburg

Nach Ablauf der Zeichenzeit wurde der Kapuzinerberg in ca. zwei Minuten bestiegen. Und wieder einmal konnte die Stadt von oben aus einer anderen Perspektive betrachtet und skizziert werden. Nach dem Skizzieren wurde die Zeichnung der St. Sebastianskirche an einer Wand aufgestellt und mit allen besprochen. Am Kapuzinerberg hörten wir dann noch ausstehende Referate unter anderem von der Hohensalzburg. Um die Mittagszeit ging es über Treppen zwischen historischen Gebäuden und mit Abbiegung zu einer kleinen Kapelle wieder hinunter ins geschäftige Salzburg. Auf einem kleinen Platz an der Straße, welche der Salzach folgt, wurde eine kleine Pause eingelegt. In der sengenden Mittagssonne wurden dann kulinarische Erfrischungen genossen.

P1010908 Salzburger „Durchhäuser“

Nach der Pause ging es mit lockerem zügigen Schritt in die Innenstadt auf die andere Flussseite. In einem weiteren Referat wurde die Entstehung der Bürgerstadt erklärt. Im 12./13. Jahrhundert entstanden erst landwirtschaftlich genutzte Häuser und Höfe. Später wurden die freien Flächen der Höfe mit bis zu fünf Meter breiten Häusern mit Giebel zur Gasse geschlossen. Die Gebäude wurden damals meist in Holzbauweise errichtet. Später im 14. Jahrhundert wurden die seitlich liegenden Höfe bebaut und der Haupteingang an die Hausfront gelegt. Die Parzellen wurden demnach auf der ganzen Breite bebaut. In der Spätgotik/Frührenaissance wurden aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage die meisten Häuser zusammengelegt. Durch das Zusammenlegen sind „Durchhäuser“ entstanden in denen heute Geschäfte untergebracht sind. Die Durchhäuser mit Gewölben und darüber liegenden Arkaden sind mehr als einen Blick wert. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert in der Zeit des Barocks wurden Verbesserungen der Hygiene, Belichtung und Beheizung der Häuser vorgenommen. Das statische Gefüge der Häuser und die Firstrichtung der von vorne sichtbaren Grabendächer wurden gedreht und so wurden großzügige Grundrisse möglich. Die Fenster wurden symmetrisch in die Fassade eingebracht mit Putzrahmen verziert und hervorgehoben.

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Getreidegasse

Nachdem wir über das Stadtgefüge informiert waren, verlief unserer Weg durch die Getreidegasse in Richtung zu dem, nach dem berühmten Dirigenten benannten, Herbert-von-Karajan-Platz. Interessant auf dem Platz ist die Hofmarstallschwemme, ein begehbarer Brunnen für Pferde zum Trinken und Waschen. Wenn man sich von weitem dem Brunnen nähert, fällt der Blick direkt auf die Fläche hinter dem Brunnen: eine mit übergroßen Pferdemalereien verzierte Wandfläche, welche auch von nicht Pferdeliebhabern bewundert wird.

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Hofmarstallschwemme

Da schon der letzte Tag sich dem Ende entgegen neigte, wurden nach der Brunnenbesichtigung zum letzten Mal die Dreibeine aufgestellt, um in einer engen Gasse den Rathausturm zu zeichnen. Aus einem angrenzenden Gasthaus wurde unser Zeichenfluss von einem Sänger mit aktuellen Liedern beschleunigt. So sind dann noch schöne Aquarelle entstanden.

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Abschlussbesprechung mit Prof. Herrmanns (mit schwarzer Kappe)

Auch die beste Zeit geht mal zu Ende, und so wurden zum letzten Mal, in einem sonnigen Innenhof unsere Zeichnungen gemeinsam betrachtet und besprochen. Nach einer anstrengenden und informativen Woche verabschiedeten sich die Studenten nach der Abschlussbesprechung mit Applaus und mit Dank an Herrn Prof. Herrmanns. Die Studenten die noch 2 bis 3 Tage länger in Salzburg geblieben sind, waren bei sommerlichen Temperaturen auf jeden Fall zu beneiden.

Fazit:

Durch die Chance mit Herrn Prof. Herrmanns auf Zeichenexkursion zu gehen konnten wir alle eine Menge lernen und eine wunderschöne Stadt aus einer ganz anderen Perspektive kennenlernen. Und ich vermute mal, dass die meisten dieser Stadt einiges abgewinnen konnten und sie noch einmal besuchen werden.

von Sebastian Mann

See also:

https://herrmanns.wordpress.com/2013/09/24/10694/

 

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