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„Die primären Formen sind die schönen Formen, denn sie sind klar zu lesen.“ aus Ausblick auf eine Architektur von  Le Corbusier

Skizze_01Cubes

Im Feuilleton der FAZ vom Wochenende (18./19.05.13) findet man den Artikel „Neue Kisten kriegt das Land“. Dieter Bartetzko beklagt: „Museumsarchitektur wird mehr und mehr zum Würfelspiel“. Seine Kritik richtet sich gegen die vielen neuen idiosynkratischen Museumsbauten, wie sie in den letzten Jahren entworfen und gebaut werden. Er untermauert seine Bewertung u. a. mit Beispielen wie Volker Staabs kubischen Museumsentwurf für Frankfurt oder Norman Fosters „autistischen“ Erweiterungsbau des kürzlich fertiggestellten Lenbachhauses in München als „Goldwürfel“.  Siehe auch

https://herrmanns.wordpress.com/2012/12/13/munchen-lenbachhaus/

Das Problem der Ambivalenz von Funktion und Erscheinungsbild beim Museumsbau ist seit Frank Lloyd Wrights Guggenheim Museum in New York – wo die Funktion unter der signfikanten Formgebung leidet – immer wieder Thema der Architekturdiskussion. Unter funktionalen Aspekten gibt es gute Gründe für zurückhaltende, unprätentiöse Gestaltung beim Museumsbau. Gegenüber einer spektakulären Formensprache wird das Gegenkonzept, der „White Cube“, für die von der Außenwelt abgeschirmten Museumsräume als Bühne für den ungestörten Auftritt der Kunst favorisiert. Hier dient dann der neutrale Rahmen in der Hauptsache den Exponaten. Aufgabe des Architekten ist es, die Fassaden so zu gestalten, dass die streng puristische Form eines stereometrischen Baukörpers eben nicht abweisend wirkt.

Perspektive_01

Die Machbarkeitsstudie für ein Schaulager in NRW zeigt, das durchaus auf Selbstdarstellung zu Gunsten der Funktion verzichtet werden kann. Der Charakter des Gebäudes erscheint informell und ohne exaltierten Anspruch. Von seiner Aufgabe her muss das Gebäude sich nicht an den laut gestikulierenden Ausstellungshäusern orientieren, die als Teil einer Marketingstrategie mit schrillen Formen nach Aufmerksamkeit schreien. Es soll keine als „Panoptikum“ missverstandene Architektur (Adolf Loos) sein, sondern eine zunächst weitgehend neutrale Hülle, deren Inneres den ganz verschiedenartigen Kunstwerken zur Verfügung steht.

Perspektive_02herrmannsArchitekten/mplusArchitekten

3 Kommentare zu “Zeitgenössische Ikonographie

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