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Plakat-Abbildung „Aktstudie, gen. Patrokolos“, 1870 von Jacques-Louis David

Das Schöne als ontologische Realität
Als Einstieg zu unseren architektonischen Erkundungen des Münchener Klassizismus haben wir uns gestern im Frankfurter Städel Museum die aktuelle Sonderausstellung „Schönheit und Revolution. Klassizismus 1770 – 1820“ angeschaut.

Thorvaldsen



„Hebe“ von Bertel Thorvaldsen

Die ausgestellten Arbeiten gewähren einen wunderbaren Einblick in die Mannigfaltigkeit dieses Kunst- und Epochen-Stils. Unter den Ausstellungsexponaten sind u. a. Werke von Antonio Canova, Bertel Thorvaldsen und Jacques-Louis David – Künstler, die von der damaligen Antiken-Begeisterung inspiriert waren. Diese großartigen Skulpturen, Gemälde und Grafiken zeigen den elementaren Einfluss der Antike auf das Kunstgeschehen jener Zeit.

Hebe

 

 

 

 

 

 

„Hebe“ von Antonio Canova (hinten) und „Hebe“ von Bertel Thorvaldsen
© Städel Blog

Gleich zu Anfang der Sonderausstellung stehen sich zwei berühmte Plastiken der griechischen Göttin Hebe gegenüber, und zwar von Antonio Canova (1796) und Bertel Thorvaldsen (1806). Ein Vergleich der beiden Kunstwerke macht die unterschiedliche Betrachtungsweise ihrer Schöpfer deutlich. Während Canovas Hebe barbusig, auf einer Wolke tänzelnd mit vergoldeter Kanne und Trinkschale dargestellt ist,  steht Thorvaldsens Skulptur ruhig im klassischen Kontrapost.

David
Jacques-Louis David „Der Schwur der Horatier„, 1784

Man kann sich heute kaum vorstellen, dass Jacques Louis Davids „Schwur der Horatier“ damals quasi wie ein Ziegelstein in die Porzellanvitrine des Rokoko einschlug. Auch sein „Tod des Marat“ trug dazu bei, dass die klassizistische Welle der Malerei als neuer Stil durchbrechen konnte. Der Klassizismus war sowohl von der Ästhetik der Griechen und Römer als auch von deren Moral determiniert, vermittelt durch ihre Mythologie.

Marat
Jacques-Louis David „Der Tod des Marat„, 1793

Schade nur, dass die beiden Bilder in Frankfurt lediglich Werkstattkopien sind, die „Horatier“  sogar eine stark verkleinerte Ölskizze. Im Original, in der Größe 3,3 x 4,2 m, hängt dieses Programmbild des Klassizismus  in Paris, wo es zum Bestand des Louvre gehört, während das Original des „Marat“ in den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel zu finden ist.

DanekerJohann Heinrich von Dannecker „Adriadne auf dem Panther“, 1814

Vom Klassizismus und seinem Antikenrekurs lernen wir: Oberstes Gesetz ist die Vermeidung von Hässlichkeit. Maßstab für die Kunst waren Schönheit – Wahrheit – Tugendhaftigkeit.

P1210447Architekturstudenten, eine Treppe (im Städel) herabsteigend

See also:

https://herrmanns.wordpress.com/2012/02/19/erweiterung-stadel-museum/

Ein Kommentar zu “Schönheit und Revolution

  1. Pingback: Exkursion nach München | ARCHBLOG

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