Home

P1190685

Ein zeitgenössischer Ausdruck des kulturellen Wiederaufbaus

Die dringende Renovierung des von Wilhelm Riphahn entworfenen Opernhauses in Köln rückt noch einmal die herausragenden Beispiele der Architektur der 50er Jahre, die den Geist der internationalen Moderne atmen, in den Fokus. Um ein Haar wäre das Vorhaben, die Riphahn’schen Oper (1957) im Doppelpack mit seinem Schauspielhaus (1962) abreißen zu lassen, in die Tat umgesetzt worden.

P1030778

Opernhaus – es stellt mit seinen zwei abgeschrägten Türmen und seiner schlichten Form ein deutliches Bekenntnis zur Moderne dar

Obwohl schon bald nach der Eröffnung der monumentalen Oper als „Grabmal des unbekannten Dirigenten“ verhöhnt, war man in Köln stolz auf die modernen Kulturbauten im Stil der Nachkriegsmoderne. Eine elementar wichtige Rolle spielte damals in der Nachkriegszeit die Überlegung, mit einem signifikanten Neubau am Offenbachplatz die Kölner Innenstadt zu revitalisieren.

P1030762

Schauspielhaus: Architektur der Wirtschaftswunderjahre – Man trägt eine Verpflichtung, mit dem Erbe gut umzugehen.

Nachdem die Pläne zum Abriss dieses zweifellos gelungenen Ensembles und Zeugnisses des Wiederaufbaus durch ein Bürgerbegehren verhindert wurden, wird das unter Denkmalschutz stehende Opern- und Schauspielhaus nunmehr nach den Plänen des Büros HPP Köln in Arge mit theapro als Objektplaner und WES als Landschaftsplaner aufwändig saniert und denkmalgerecht renoviert. Die Riphahnsche Architektur soll eine Funktionsertüchtigung erfahren sowie als Opernquartier mit Erweiterungsbauten neugestaltet werden. Die Eleganz und Vitalität in der Ausstrahlung sollen wiedergewonnen werden.

P1030766

Der Skywalk zum Schauspielhaus kommt weg

„Bau dat Ding, Riphahn! Aber mach‘ et schön“, hatte der damalige Oberbürgermeister Adenauer dem Kölner Architekten lakonisch mit auf dem Weg gegeben als dieser die Bastei – damals das mondänste Restaurant im ganzen Rheinland – 1924 als expressionistische Zackenform viele Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg am Kölner Rheinufer baute. Schönheit ist keine Kategorie der gegenwärtigen Politik mehr.

P1030775

Während meiner Jugendzeit in Köln waren die Besuche in den Riphahn-Bauten für mich obligatorisch, sei es in Begleitung meiner Eltern zum sonntäglichen Kaffeetrinken in der scheinbar über dem Rhein schwebenden Architektur der Bastei oder später zu den Aufführungen im Opern- und Schauspielhaus. Bis heute fesseln mich Riphahns expressive Architekturbauten. Die Problematik um die Erhaltung dieser Bauten betrifft jedoch die gesamte Architekturepoche der 50er und 60er Jahre.

P1070775

links: Oper und vis à vis das 4711-Haus in der Glockengasse vom Offenbachplatz aus gesehen

Mehr über 50er und 60er-Jahre-Architektur resp. den „Sanierungsfall Moderne“:

https://herrmanns.wordpress.com/2012/11/07/50er-jahre-architektur-2/

https://herrmanns.wordpress.com/2011/03/23/baukultur-6/

https://herrmanns.wordpress.com/2011/04/28/4229/

https://herrmanns.wordpress.com/2012/01/27/50er-jahre-architektur/

https://herrmanns.wordpress.com/2012/10/24/umgang-mit-historischer-bausubstanz/

P1070773
Offenbachplatz: Schauspiel- und Opernhaus

6 Kommentare zu “Kölner Oper und Schau spielhaus

  1. Pingback: Nachkriegsmoderne | ARCHBLOG

  2. Pingback: Neujahrsempfang an der Hochschule Koblenz | ARCHBLOG

  3. Pingback: Sanierung Bühnen Köln | ARCH BLOG

  4. Pingback: Allerheiligen/Allerseelen | ARCH BLOG

  5. Pingback: Beautiful Müngersdorf | ARCH BLOG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s