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Scan10001 Vier Weihnachtskarten von Mark-Alexander Marten, einem ehemaligen Studenten, der noch nach der alten Studienprüfungsordnung mehrere Semester bei mir Freihandzeichnen hatte No – du fröhliche „Die deutschen Hochschulen sind auf dem Holzweg, wenn sie meinen, das Studium geht ohne Freihandzeichnen.“ (Karl und Klaus Schwitzke in „Aufstand der Ausbildenden“, Deutsches Architektenblatt 01/2013) Karl und Klaus Schwitzke, Inhaber eines Düsseldorfer Architekturbüro mit 180 Mitarbeitern www.schwitzke.com, kritisieren in der neuesten Ausgabe des Deutschen Architektenblatts, dass das Freihandzeichnen im Architekturstudium nach der Bologna-Reform viel zu kurz kommt. So wie immer mehr Inhaber von Architekturbüros beklagen sie bei den Absolventen diesbezüglich ein Defizit in der Ausbildung: “Vielfach werden entsprechende Kurse abgeschafft oder reduziert, dafür arbeiten die Studenten immer früher am Computer. Dabei ist das eigene freie Zeichnen das Handwerkszeug für jeden Gestalter. Durch Zeichnen lernt man sehen und beobachten.“ scan100044 Bedauerlicherweise ist auch an unserer Hochschule das Freihandzeichnen nach und nach immer weiter reduziert worden, zunächst bei der Umstellung auf das Bachelor-/Master-Modell, dann zuletzt bei der Reakkreditierung nochmals. Seine Bedeutung für die Architektenausbildung, insbesondere für das Entwerfen, wird von den für diese Maßnahmen Verantwortlichen verkannt. Bereits vor etwa anderthalb Jahren habe ich das zunehmende Verschwinden des Freihandzeichnens im Architekturstudium beklagt. Siehe hierzu: https://herrmanns.wordpress.com/2011/07/30/papierarchitektur-2/ scan100032 Hier wäre Handlungsbedarf, denn es ist zu befürchten, dass die Architekturbüros hierzulande aufgrund dieser Entwicklung zunehmend ausländische Absolventen mit einer auf diesem Gebiet gründlicheren Ausbildung bevorzugen werden. „Vor kurzem haben wir ein Bewerbungsgespräch nach zwei Minuten abgebrochen, weil die Kandidatin nicht eine einzige Zeichnung dabei hatte.“ (Karl und Klaus Schwitzke) scan100047

8 Kommentare zu “Freihand zeichnen

  1. Mittlerweile haben wir da tatsächlich ein massives Problem im Architektenalltag. Gut, dass es mal zur Sprache kommt. Meine Forderung: Mehr Grundlagen resp. Zeichnen!

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  2. Das Freihandzeichnen trainiert nach wie vor das räumliche Denken als wichtigstes Talent eines Gestalters im dreidimensionalen Raum. Zu beobachten, wie die Dinge im Raum zusammenhängen vermittelt außerdem eine sehr gute Denkweise für das Arbeiten in CAD.

    In der Praxis bietet die Skizze eines Entwurfs eine gute Möglichkeit zur schnellen Präsentation, gerade in der Anfangsphase eines Projektes. Der Gedanke, der Computer würde das schon regeln ist ein Trugschluss.
    Zum einen müssten dazu alle Daten eines Projektes eingehackt werden, was bedeutet, dass in der Entwurfsphase viel zu früh alle Maße eindeutig festgelegt werden müssen. Zum anderen fehlt vielen das räumliche Bewußtsein (eben mangels Förderung des räumlichen Denkens).

    Der Architekt sollte in der Lage sein, im Bauherrengespräch seinen Entwurf oder Details davon mit einer räumlichen Skizze zu erläutern. Peinlich, wenn die Qualität der Zeichnung Grundschulniveau entspricht, im Duktus Unsicherheit vermittelt und zudem schlichtweg falsch ist, weshalb der Bauherr den Eindruck gewinnen könnte, „sein Planer weiß nicht, wo vorne und hinten ist“.

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  3. Hier ein weiterer interessanter Facebook-Kommentar eines freiberuflichen Kollegen und Büroinhabers:
    „Das sehe ich auch so und erweitere die Forderung zum Wohle der Baukultur insofern, das Entwerfen bzw. Baukonstruktion zu Beginn wieder ‚ manuell ‚ geschult werden sollte, denn so ist es wenn auch zwingend zu erlernen. Es ist fundamental wichtig der CAD – Generation die Basics des Berufstandes zu erlernen.“

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  4. Guten Tag Herr Henner Herrmanns, ich hoffe Sie können sich noch an mich erinnern! Als ehemaliger Student von Ihnen – der damals noch seine Diplomarbeit mit der „Hand“ im Original (Bootshaus an der Lahn) gezeichnet hat, profitiere ich heute noch von Ihrer Ausbildung im Freihandzeichen. Auch durch die Vielzahl an Exkursionen Limburg,Toskana, Rom…..in denen wir und das ist ein wesentlicher Punkt, in nur kurzer Zeit die örtliche Situation erfassen mussten um diese
    in der Freihandzeichnung darzustellen – Eine im Architektenalltag immer noch notwendige und sinnvolle Art sich „mitzuteilen“ wie im Kommentar von Herrn Kneip beschrieben. Deshalb lasse ich bei Einstellungsgesprächen kleine Handskizzen der Bewerber anfertigen! In diesem Sinne nehme ich nun meinen KOH-I-NOOR und…..

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