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Scharfkantige Geometrie: Rabobank in Roermond

Another Twisted Tower

Unterwegs auf einer holländischen Landstraße fiel mir schon von weitem der Neubau der Rabobank auf – ein Solitär mit zeichenhaftem Charakter: wieder ein verdrehter Turm. Siehe:

https://herrmanns.wordpress.com/2012/12/07/vertikale-wohnwelten-2/

Der markante Hochbau mit seinem dominanten schiefen Turm und einem länglichen Gebäudeteil ist nicht zu übersehen, steht er doch inmitten eines peripheren Gewerbegebietes, wo die Verkehrswege die einzigen Strukturen sind, die so etwas wie übergeordnete Planung erkennen lassen. Entworfen wurde die ausdrucksstarke Architektur vom ortsansässigen niederländischen Büro Engelman Architecten aus Roermond.

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ikonisches Gebäude

Die skulpturale Form und der auf ein Minimum reduzierte Material- und Detailkanon verleihen dem Bürogebäude große Prägnanz. Wenn die Schaffung von Identität eine der Anforderungen darstellt, die der Architekt beim Entwerfen zu erfüllen hat, so kann man sagen, dass dies hier gelungen ist. Das Gebäude differenziert sich deutlich von anderen auf der grünen Wiese verstreuten Bauobjekten und fungiert als Landmarke.

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prägnante asymmetrische Architekturgestalt

Kleiner Exkurs aus der Gestaltpsychologie

1.) Wir wissen, dass die Wahrnehmung nicht als Analyse einzelner Elemente funktioniert, sondern uns in einer komplexen Umwelt sehr viel effizienter, ein automatisches Erkennen ermöglicht nach dem Grundsatz, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Dies erlaubt eine schnelle Orientierung; das Wahrgenommene kann so als gute oder  – falls zu komplex – eben als weniger gute Gestaltung beurteilt werden.

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eigenwillige dynamische Geometrie

2.) Die grundsätzlichen Elemente der Architektur bleiben – da sie aus anthropologischen Konstanten herrühren – immer die gleichen unabhängig von den wechselnden Stilen in den verschiedenen Epochen und den sich weiter entwickelnden Konstruktionsmöglichkeiten. Dieses System anthropologischer Gegebenheiten ist die Grundlage für die Sprache der Architektur über alle Jahrhunderte hinweg. Aus diesem Grund entwickeln wir zu den gebauten historischen Zeugnissen noch immer ein ebenso unmittelbares Verhältnis wie die jeweiligen früheren Zeitgenossen.

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schräge Aufgänge im Inneren – Foto: Leon Abraas/Harry Segers

Deshalb sollte ein Bau, der mehr sein will als bloße Funktion und Konstruktion, auch heute so beurteilt werden wie die großen Monumente der Baugeschichte, nämlich als Ergebnis des prägenden Einflusses seiner Zeit, aber eben auch als überzeitliche Thematisierung des immer Gleichen in der Architektur.

Dies sind Prämissen, die die Beurteilung von Architektur über den subjektiven Eindruck hinaus ermöglichen.

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Innenräume mit dynamischen Kraftlinien – Foto: Leon Abraas/Harry Segers

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Innenräume mit merkwürdige Fluchten –  Foto: Leon Abraas/Harry Segers

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Formale Ähnlichkeit mit dem Tour Crédit Lyonnais im französischen Lille von Christian de Portzamparc – Foto: Leon Abraas/Harry Segers

Ein Kommentar zu “Architekturgestaltung

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