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Die neue Ulmer Synagoge (© Fördervereine Neue Synagoge Ulm )Die neue Ulmer Synagoge mit Eckfenster, dessen Stabwerk den Davidstern als Motiv vervielfacht

Neue Synagoge in Ulm
Während eine Vielzahl christlicher Kirchen in Deutschland umgenutzt, verkauft oder gar abgerissen wird, kann man bemerkenswerte Neubauten der anderen beiden großen monotheistischen Weltreligionen beobachten. Sie bauen mit großem Selbstbewusstsein sakrale Gebäude, die ihre religiöse Identität repräsentieren. Siehe hierzu auch:

https://herrmanns.wordpress.com/2010/02/08/buchtipp/

So kann nunmehr die jüdische Gemeinde in Ulm (Bauherr ist die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs) ihren am letzten Wochenende eingeweihten Neubau mit Leben füllen. Synagogen sind nicht nur Gottesdienst-Orte, sondern auch Versammlungsstätten (Synagoge heißt übersetzt sich versammeln).

Die neue Ulmer Synagoge auf dem Weinhof beherbergt einen Gebetsraum, einen Gemeindesaal sowie ein Ritualbad (Mikwe). Auf den 926 m² sind ferner  Schulungs- und Verwaltungsräume und ein Kindergarten mit Außenterrasse untergebracht. Das Gebäude wirkt geschlossen und abweisend: Ein wuchtiger, monolithischer Solitär aus hellem Sandstein, 17 m hoch, 24 m breit und 16 m tief, der sich mahnmalhaft gegen die Umgebung behauptet. Wie in Dresden und München entschied man sich auch in Ulm für einen schlichten, steinverkleideten Kubus, der aktuell das architektonische Leitbild zu sein scheint.

Der diagonalen Ausrichtung des Gebetsraumes nach Südosten liegt eine übergeordnete religiöse Bedeutung zu Grunde. Sie zielt geographisch nach Jerusalem, dem geistigen und religiösen Zentrum des Judentums. Durch diesen übereck ausgerichteten Sakralraum entsteht das große Eckfenster, welches mit dem Motiv des Davidsterns besonders ins Auge fällt und die monumentale, zum Stadtraum fast hermetisch geschlossene Fassade auflockert.

synagoge ulm

Der Synagogen-Neubau gibt dem Areal seine Stadträumlichkeit zurück

Nach dem Jahreswechsel werden wir uns den Bau – die Baukosten betrugen 4,6 Mio. Euro – der Kölner Architekten ksg näher anschauen, der – zumindest auf den ersten Blick – im Gegensatz zu dem faszinierenden Solitär der neuen Mainzer Synagoge auf eine exaltierte, zeichenhafte Architektursprache zu verzichten scheint.
Hierzu mehr:
https://herrmanns.wordpress.com/2010/11/13/synagogenbau/

2 Kommentare zu “Synagogenarchitektur in Deutschland

  1. Pingback: Neue Synagogen | ARCHBLOG

  2. Pingback: Aufbruch? | ARCH BLOG

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