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Stephan Balkenhol’s  artwork of a man in the tower of the Sankt Elisabeth church located just across from the Fridericianum represents itself as a nuisance – much to the dismay of Christov-Bakargiev. In a press statement, d13’s managing director B. Leifeld said she felt ‘threatened’ by Balkenhol’s work, which she qualified as ‘an intrusion upon documenta’s freedom.’

Kunst-Posse in Kassel

Sphaera“ in Salzburg von Stephan Balkenhol

Nicht zu übersehen war für uns auf unserer Salzburg-Exkursion die Skulptur „Sphaera“ von Stephan Balkenhol auf dem Kapitelplatz, südlich vom Salzburger Dom. Sie zeigt eine männliche Figur auf einer riesigen Goldkugel stehend: schwarze Hose, weißes Hemd, neutrale Haltung – ein Jedermann.

Zurück aus Salzburg ist zu lesen, dass eine ebenfalls von Stephan Balkenhol auf einer goldenen Kugel platzierte Figur männlichen Phänotyps in Kassel für massive Verärgerung sorgt. Die Balkenhol-Figur balanciert hoch oben auf dem Kirchturm von St. Elisabeth in Kassel, nicht weit entfernt vom Hauptausstellungsort der Documenta am Friedrichsplatz und konkurriert angeblich mit der Kunst auf dem Documenta-Areal. Die künstlerische Leitung der Documenta 13 resp. Carolyn Christov-Bakargiev fühlt sich düpiert und fordert, der „Mensch“ muss aus dem Blickfeld verschwinden.

Ecce homo: Turmfigur von Stephan Balkenhol (© st-elisabeth-kassel.de)

Dieser Streit um die künstlerische Hoheit des Kassler Luftraums tut sicherlich der ganzen Kunstszene gut, nicht nur der Documenta 13, die am 9. Juni in Kassel eröffnet wird und bis zum 16. September 2012 läuft.

Balkenhol, einer der international bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Bildhauer, der nicht zur Documenta 13 eingeladen wurde, hat vielerorts solche Figuren, Abbilder anonymer Individuen, in den urbanen Kontext gesetzt. Auf den ersten Blick erscheinen die Skulpturen simpel und naiv. Mehr als 2000 Skulpturen hat er geschaffen, irgendwie immer gleich und doch immer anders.

Balkenhols Tunnelheilige in Salzburg „Frau im Fels„, Holz 1,40 m

Man findet sie gerade dort, wo man nicht unbedingt ein Kunstwerk erwartet. Je nach Perspektive, Wetter, Jahres- und Tageszeit wirken sie immer anders – sie spielen das Lebensschauspiel als Kunstfiguren mit. Ihren Standort widmen sie durch ihr Erscheinen um, geben ihm unerwartet einen neuen Charakter. Es ist das Umfeld, das den Figuren ihren Sinn verleiht. Die Kunstwerke stellen etwas mit ihrem räumlichen Umfeld an, so wie das Umfeld mit den Figuren. Eindeutige Botschaften sollen sie nicht aussenden. Eher sollen sie ein Innehalten verursachen, wie ein inszeniertes Theaterstück, ein Stück über das Alleinsein, die Leere – mit einem Hauch Melancholie.

„Kopfsäule“, 2010 (wowa wood and paint, 168 x 33 x 36 cm)

Bereits seit den 1980er Jahren arbeitet Balkenhol naturalistisch-gegenständlich, inspiriert von den Heiligenfiguren, die er in seiner Kindheit in den Kirchen gesehen hat. Ihre skulpturale Präsenz hat ihn fasziniert. Hier schließt sich der Kreis zur Kirche in Kassel.

3 Kommentare zu “Documenta stört sich an Balkenhol-Skulptur

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