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„Unser Malen war [ ] eine Einstellung. Es war eine Art des Seins und Handelns, des Denkens, des Atmens …“  Maurice de Vlaminck (1876 – 1958)

ISHTAR (Basquiat)

Drei Übermaler als Teamworker

Am heutigen Samstag gehörte die Bundeskunsthalle in Bonn uns. Im Rahmen des Faches Kunstgeschichte konnten 75 Architekturstudenten/innen des 2. Bachelor-Semesters, aufgeteilt in drei Gruppen, Einblick nehmen in die ehemalige vitale New Yorker Kunstszene der 80er Jahre mit Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat und Francesco Clemente.

Return of the central Figure (Basquiat)

Für mich rückte bei diesem neuerlichen Besuch der Ausstellung ein weiterer interessanter Aspekt in den Vordergrund, nämlich dass vermehrt Fragmente handschriftlicher Aufzeichnungen, Kritzeleien, Vermerke, Notizen oder Postings als grafische Signifikanten buchstäblich auf die Leinwand gebracht wurden. Es ist diese scheinbar unbedarfte Verwendung von Schriftzeichen, die in hohem Maße ikonografische, linguistische und mediale Dimensionen der Bilder ausmachen.

SOCIALITE (Warhol + Basquiat)

Natürlich ist ein solcher gestischer Malstil mit collageartigen Textfragmenten und Zitaten nicht ganz neu. Immer schon hat es von den prähistorischen Schriftzeichen bis zu den digitalen Experimenten der Gegenwart Text im Bild bzw. Text als Bild gegeben. So im Kubismus mit den Collagen von Picasso und Braque, im Konstruktivismus mit seiner revolutionären Typografie, im Futurismus, Dadaismus bis hin zum Comic sind solche poetischen und synästhetischen Bildelemente zu finden. Aber dass die berühmte ehemalige New Yorker Kunstszene kryptische Textbotschaften als epische Applikationen für ihre Malerei eingesetzt hat, war mir zuvor nicht so heftig ins Auge gefallen. Diese skripturale Malerei verweist auf die Formensprache unseres medialen Alltags oder die unterkühlte Ästhetik der Werbung. Hier hat sicher Andy Warhol als ehemaliger Werbegrafiker den größten Einfluss ausgeübt.

Warhol und seine Mitstreiter prägten ein Zeitgefühl scheinbar ohne Verfallsdatum.

Man sieht, vermehrte Besuche von Kunstausstellungen bringen vermehrten Erkenntnisgewinn. In diesem Sinne ist davon auszugehen, dass auch unsere Studierenden von den Museumsbesuchen profitieren. Man sieht sich – demnächst im neuen Frankfurter Städel.



Siehe auch:
https://herrmanns.wordpress.com/2012/02/09/6375/
https://herrmanns.wordpress.com/2012/02/15/menage-a-trois/

Ein Kommentar zu “Skripturale Malerei

  1. Pingback: Andy Warhol | ARCH BLOG

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