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Entwurfsaufgabe im 3. Bachelor-Semester

Das der Aufgabe zugrunde liegende Objekt, das ehemalige Restaurant „Deichkrone“, befindet sich in Neuwied direkt am rechten Rheinufer. Der zweigeschossige Baukörper mit seinen Annexbauten liegt auf der mit Sandstein verkleideten Deichmauer, die 1931 errichtet wurde, um die Stadt vor den Hochwassern des Rheins zu schützen. Die reduktionistische weiße Gebäudekiste erinnert an Tom Wolfe, der angesichts misslungener Bauhausarchitektur klagte, dass solche Objekte einen ins „sinnliche Entzugskoma treiben“. Zur Zeit steht die „Deichkrone“ leer und soll ein neues Nutzungskonzept erhalten.

Gefordert war, das bestehende Gebäude in ein Weinhaus umzugestalten, das auch Raum bietet für künstlerische Veranstaltungen im kleinen Rahmen (Musik-Events, Theatervorführungen, etc.). In einer attraktiven Dachaufstockung auf dem Flachdach der „Deichkrone“ sollte eine Vinothek untergebracht werden. Der Dachaufbau an dieser exponierten Stelle sollte durch eine gestalterisch signifikante Bekrönung des vorhandenen Baubestands als neues Wahrzeichen der Stadt Aufmerksamkeit erregen.

Die fantasievollen, erfrischend unkonventionellen studentischen Konzepte sollen als Modelle für eine zukünftige Realisierung dienen, denn architektonisch wie städtebaulich erscheint ein solcher Eingriff geradezu lebensnotwendig. Die konzeptionelle Stimmigkeit der Entwürfe im Hinblick auf städtebauliche, funktionale, konstruktive und gestalterische Anforderungen war eine conditio sine qua non.

Im folgenden werden einige originelle Arbeiten und ihre spannenden Ansätze gezeigt, wobei es nicht darum geht, bahnbrechende Ideen zu pflücken und einzelne kapriziöse Entwürfe aufs Podest zu heben, sondern um eine rege Auseinandersetzung um Stadt, Fassade und Raumwirkung.

Entwurf: Markus Adams

Hier soll mit einer städtebaulich groß angelegten skulpturalen Geste ein Zeichen gesetzt werden. Mit dieser expressiven Bauskulptur soll dem Ort jene Signifikanz verliehen werden, die ihm bislang fehlt.

Entwurf: Frederic Maas

Dieser ungewöhnliche zweisinnig gekrümmte Anbau erinnert an Arne Quinzes riesige Sperrholzskulpturen. Die gigantische Struktur aus Holzlatten soll ans Ufer angeschwemmtes Treibholz symbolisieren.

Entwurf: Jean Paul Kaulbach

Eine schwebende Großplastik: Das waghalsige Gebilde, das die späte Erfüllung konstruktivistischer Architekturvisionen der frühen Moderne zu sein scheint, hat hier seinen großen Auftritt.

Entwurf: Katharina Vitt

Zwei kompositorische Strukturen sind bei diesem markanten Solitär ablesbar: Symmetrie und Dualität. Die neue Konfiguration basiert auf den beiden Strömungslinien des Bauwerks. Dieses Strukturmerkmal erinnert an Santiago Calatravas TGV-Bahnhof des Flughafens Lyon-Satolas.

Entwurf: Fabian Schloms

Ein prägnanter und skulptural entwickelter Solitär stellt ein städtebauliches und architektonisches Highlight dar.

Entwurf: Franziska Schöpping

Das Projekt wird durch seine zeichenhafte Architektur determiniert. Die Welle symbolisiert den Rhein, der an der Deichstadt vorbei fließt. Es bedarf solcher zeichenhafter Assoziationen, damit die Architektur identitätsstiftend wirkt.

Entwurf: Michael Bast

Die reduktionistische, monumentale Fassade überhöht durch ihre strenge kubische Formensprache ohne historistisches Baudekor die Uferpromenade der Deichstadt.

Entwurf: René Heil

Mit nur wenigen formalen Elementen wird hier ein reizvolles und einladendes Bauwerk mit  klassisch moderner Attitüde geschaffen.

Entwurf: Miriam Seidenfuß

Für die exponierte Lage wird ein puristisch-monolithisches Volumen vorgeschlagen.

Die Entwurfsvorschläge sollen helfen, den Ort am Rhein neu zu definieren.

2 Kommentare zu “Deichkrone

  1. der entwurf von miriam seidenfuß gefällt mir ganz besonders gut. wenn so gebaut würde wäre ich total glücklich. auch der entw. v. michael bast gefällt mir. ich kann aber nicht erkennen, ob er auch großzügige außenterrassen geplant hat. und die halte ich für außerordentlich wichtig!! nach möglichkeit auch verglaste, damit sie auch bei kaltem, schlechtem wetter genutzt werden können. rene heil könnte auch interessant sein. immer bedingung: verglaste und freie terrassen!!
    mit freundlichen grüßen, dagmar gaffron-bohl

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  2. An alle, die mir bezüglich der studentischen Entwürfen für ein Facelift der Deichkrone eine Email geschrieben haben:
    Die Idee, die hinter den Entwürfen steckt, ist der Stadt ein unverwechselbares Gesicht und ihren Einwohnern Identität zu geben.

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