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Die Kuh

In meinem Wanderurlaub im Allgäu habe ich im letzten Sommer auf der Alm die Gestalt der Kuh als Zeichenmotiv entdeckt. Mich faszinieren die bulligen Körper, die großen Köpfe und die schmucken Hörner dieser sanftmütigen Tiere. Da bin ich nicht der Einzige, sondern befinde mich in bester Gesellschaft so großer Künstler wie Picasso, Marc, Kirchner, Warhol, u. a. Sie alle haben sich mit der künstlerischen Darstellung der Kuh beschäftigt.

Auch für die Kunst des Bildhauers, Malers und Grafikers Ewald Materé stellt die Kuh ein Leitmotiv dar. In der Ausstellung „Giraffe, Pudel, Dromedar – Tierplastik deutscher Bildhauer des 20. Jahrhunderts“ wird sein kleines Kunstwerk Liegende Kuh im Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm präsentiert. Es handelt es sich um eine Plastik aus der New Yorker Sammlung von Walter und Sonja Caron Stein.

Diese kleine, nur 15 cm x 40 cm große Bronze-Kuh ist jetzt erst nach Jahrzehnten auf dem Kunstmarkt wieder aufgetaucht. Bisher war nur eine Holzfassung der Kuh bekannt Diese war 1938 in Berlin als „entartete“ Kunst ausgestellt worden und galt danach als verschollen. In seinen Tagebüchern hatte Mataré, der Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie war, über seine Arbeit an dieser Kuh geschrieben: „Mit einer inneren psychischen Anstrengung brachte ich die im vergangenen Jahr in Finnland begonnene kleine liegende Kuh um einiges weiter…“.

Obwohl das Interesse an naturalistisch figürlicher Kunst nach dem zweiten Weltkrieg zugunsten von abstrakten Kunstobjekten sehr nachgelassen hatte, scheint ihre Beliebtheit in diesen Tagen wieder zu zunehmen.

Ein Kommentar zu “Tierplastik deutscher Bildhauer des 20. Jahrhunderts

  1. Gerade im öffentlichen Raum finden sich heute noch viele Beispiele von figurativer Tierplastik aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Man muss nur mal die Augen offen halten! Es handelt sich dabei um Materialien wie Bronze, Zement oder Beton (Kunststeinguss). Diese Tierplastiken wurden gerne in den neu gebauten Wohnsiedlungen als Dekoration und Ermunterung der Bewohner aufgestellt, die Künstler der Zeit, waren sicher froh, dass sie ein paar Aufträger hatten und sich mit unpolitischen und heiteren Themen beschäftigen konnten. In meiner Diplom-Arbeit habe ich mich dem Thema Außenskulptur angenommen und dabei viele Tierplastiken in Bonn entdeckt.

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