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195 Bullaugen

„Architekten müssen aufhören nur in Bauwerken zu denken!“ so Hans Hollein, seinerzeit einer unserer Professoren an der Kunstakademie Düsseldorf. Es ist sein Sohn Max Hollein, der in der kommenden Woche den Erweiterungsbau des Städel Museums in Frankfurt als Direktor eröffnen wird. Die renommierten Frankfurter Architekten Schneider+Schumacher haben den Bau – ganz im Sinne von Hans Hollein – eingegraben. Entstanden ist ein grüner Hügel mit einer unterirdischen Ausstellungsfläche von 3.000 Quadratmetern, belichtet durch 195 runde Oberlichter.


Das Hauptgebäude am Mainufer des 1815 als private Stiftung gegründeten Städel Museums war 1878 von dem Architekten Oskar Sommer im Stil der Neorenaissance erbaut worden. 1921 kam der Gartenflügel im neoklassizistischen Stil hinzu (Architekten Hermann von Horen und Franz Heberer). 1990 hat Gustav Peichel den postmodernen Westflügel angefügt. Nunmehr wurde die Anlage für 34 Mio. Euro durch die Gartenhallen weiter vergrößert.

Unterirdische Kunstinszenierung

Gegenwartskunst in den neuen Gartenhallen des Städel

Mich erinnert die Decke der unter dem Städel-Garten platzierten lichtdurchfluteten Ausstellungshalle an das Nationalmuseum für westliche Kunst in Tokio von Le Corbusier, siehe https://herrmanns.wordpress.com/2012/01/15/die-grose-welt-der-architektur/.

Das begrünte Dach mit seinen Oculi findet sich an Renzo Pianos Museum California Academy of Sciences in San Francisco aus dem Jahr 2008, siehe auch http://selcukcabar.wordpress.com/2012/02/21/architecture-in-san-francisco/.

Die Offenheit der Ausstellungsräume ist in der großzügigen Erweiterung Programm. So werden Abstraktion und Figuration nicht mehr getrennt präsentiert, gegenständliche und abstrakte Kunst werden gleichzeitig gezeigt. Hier ein erster Vorgeschmack auf die Ausstellungsexponate, die um die Aufmerksamkeit des Besuchers ringen:

Fotografie

Thomas Struth, „Louvre 3“ 1989

Andreas Gursky, „Charles de Gaulle“, 1992

Thomas Demand, „Büro“, 1995

Gegenständliche Kunst

Georg Baselitz, „Acker“, 1962

Gerhard Richter, „Kahnfahrt“, 1965

Abstrakte Kunst

Ernst Wilhelm Nay, „Rotklang“, 1962

Yves Klein, „Relief eponge bleu“, 1960

Dauerleihgaben der Sammlungen der Deutsche Bank und der DZ Bank

Karl-Horst Hödicke, „Holland Hd. Kl. A“, 1964

Daniel Richter, „Horde“, 2007

Rainer Fetting, „Erstes Mauerbild“, 1977

Neo Rauch, „Stern“, 2001

Sigmar Polke, „Ohne Titel“, 1979

Video zum Städel-Erweiterungsbau:

http://www.bauwelt.de/cms/filmdossier.html?id=2195149#media=4968101

4 Kommentare zu “Erweiterung Städel Museum

  1. Pingback: Schneider+Schumacher | Discovery

  2. Pingback: Schönheit und Revolution | ARCHBLOG

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