Home

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Holy wood auf dem FH-Campus in Koblenz

Allerorten werden in diesen Tagen fieberhaft Kindertagesstätten geplant und gebaut, denn ab 2013 hat bundesweit jedes Kind unter drei Jahren einen Rechtsanspruch (gem. § 24 SGB VIII) auf einen Krippenplatz.

Da auch wir gerade eine 4-gruppige Kindertagesstätte entwerfen und bauen und die neue Kita der FH Koblenz nach einjähriger Bauzeit gerade ihre Pforten öffnet, haben meine Projektpartner und ich die Chance genutzt, das architektonisch ansprechende 5-gruppige Kinderhaus zu besichtigen.

CO2-neutral und umweltfreundlich, außerdem fassen Kinder Holz gerne an und mögen es als ‚dritte Haut‘.

Zur Ausführung gekommen ist hier der Siegerentwurf der Ludwigshafener Architekten Sander/Hofrichter aus einem beschränkten Architektenwettbewerb im Jahr 2009, ausgelobt von dem Land RLP, vertreten durch den Landesbetrieb für Liegenschaft und Baubetreuung (LBB).

KITA in Bretterzaun-Optik

Freudig überrascht war ich zwei unserer ehemaligen Studenten vor Ort zu treffen: Dipl.-Ing. Alexander Schmidt und Dipl.-Ing. Rainer Möhrke sind als Projektmanager bzw. Projektleiter in der LBB-Niederlassung Koblenz für dieses Objekt verantwortlich. Beide Architekten haben maßgeblich zum Gelingen dieses Kinderhauses beigetragen. So wurde uns erfreulicherweise der Bau aus erster Hand ausführlich erläutert.

Daten und Fakten: Grundsteinlegung war im Februar 2010, Fertigstellung im Spätsommer 2011. Der eingeschossige Massiv-Bau (NGF 942 m², BRI 4.615 m³) wurde mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II in Höhe von 1,25 Mio. EUR gefördert, die Baukosten betrugen insgesamt 2,4 Mio. EUR.

Neben den fünf Gruppenräumen stehen fünf Förderräume, drei Schlafräume, zwei große Sanitärräume für die größeren Kinder und Wickel- und Toilettenräume für die U3-Kinder, ein Werk-/Kreativraum, Personal- und Nebenräume sowie eine Küche zur Verfügung. Das Kinderhaus wirkt sehr großzügig, es bietet reichlich Platz zum Spielen für 72 Kinder. Auch Entrée, Flure, Leiterinnenzimmer, alles kommt recht großräumig und lichtdurchflutet daher. Man kann sich vorstellen, dass die Kleinen sich hier wohlfühlen werden.

v. links: R. Möhrke, G. Riedle-Müller, H. Herrmanns, A. Mogulkoc

Der Neubau bietet die pädagogisch gewünschte Raumflexibilität, um durch eine variabel funktionierende Raumaufteilung spannende, interessante Raumzusammenhänge, Rückzugsbereiche oder auch Bewegungsräume schaffen zu können. Die Fenster in unterschiedlichem Format, teilweise in Fußbodenhöhe eingebaut, ermöglichen auch Krabbelkindern den Ausblick in den Außenbereich.

Der asymetrisch-dreigliedrige Baukörper mit seinen abgerundeten Ecken wurde mit senkrechten unterschiedlich breiten Lärchenholzpaneelen verkleidet, was zum sympathisch einladenden Erscheinungsbild beiträgt. Trotz seiner Eigenständigkeit fügt sich das Gebäude, dank seiner klaren Identifikation und Maßstäblichkeit, harmonisch in die Umgebung ein. Es wirkt gleichzeitig komplex und einfach, offen und geschlossen.

Das neue Kinderhaus für das Studierendenwerk befindet sich auf dem Campus der FH und darf von den Kindern der Studierenden, der Mitarbeiter_innen der Hochschule sowie den Anwohnern aus dem Koblenzer Stadtteil Karthause okkupiert werden. Wie die Geschäftsführerin des Studierendenwerks Frau Riedle-Müller uns erklärte, wird die Kindertagesstätte nach den pädagogischen Grundsätzen von Maria Montessori mit einem 14köpfigen Team geführt. Von den insgesamt 72 Kindern, die aufgenommen werden könnten, sind bereits 30 „immatrikuliert“. Die Kita-Gruppen (0 – 3 Jahre) bestehen aus maximal 10 Kindern, die Kiga-Gruppen (3 – 6) aus 25 Kindern.

Die klare Gesamtkonzeption und die Qualität der Ausführung konnten überzeugen. Das neue Kinderhaus wird als Bereicherung des Campus empfunden. Und um mit Prof. Florian Nagler (TU München) zu sprechen, der das Loblied auf Holz als Baumaterial singt, „Holz ist schön, Holz riecht gut, Holz ist warm, Holz wächst…“

2 Kommentare zu “Kindertagesstätte

  1. ….abgesehen von der gelungenen Gesamterscheinung ist es doch befriedigend zu sehen, dass der im Wettbewerb großzügig geplante und auf ein Entwurfskonzept beruhende Baukörper auch so umgesetzt worden ist. Es wäre im Zuge von den alltäglichen Kostendiskussionen bzgl. der miserablen Lage unserer hiesigen Finanz- und Kapitalwirtschaft ein allzu leichtes Spiel gewesen den Entwurf auf die Mindestanforderungen zu „trimmen“. Dies ist hier nicht der Fall!
    Auch das Materialkonzept der Fassade, beruhend auf nachwachsende Baustoffe aus unseren heimischen Wäldern, ist mit Lärchenholz ausgekleidet. Nachhaltigkeit hatte hier doch Vorrang vor den leidlichen Diskussionen über das „unansehnliche Vergrauen“ des Holzes. Gelungen oder nicht gelungen, liegt eben doch, im Auge des Betrachters! Hier hat der Bauherr bzw. dessen Vertreter den Mut bewiesen, sich dem Entwurfskonzept anzuschließen und der in Zukunft sicherlich noch stattfindenden Diskussionen zu stellen.
    A. Mogulkoc

    Gefällt mir

  2. Naja…wer´s mag (und das tun die Auftragnehmer doch immer ;o) oder ?

    Die Fotos lassen den Mangel qualifizierter Freianlagenplanung befürchten und den Bau etwas tröge-architektenmäßig auf dem Rasen stehen – Wo ist der für die Nutzer so wichtige Innen-Außenbezug, der durch die Bodenfenster zumindest optisch ermöglicht wird?
    Ist die liebe Lärchenholzverkleidung denn ein echter Beitrag zur regionalen Baukultur ? Hat man da nichts besseres für „über die Wärmedämmung“?
    Wird halt grau, nicht zuletzt dank des fehlenden Wetterschutzes in Karthäuser-Hochlage und üblichem, doch eher nass-buntem Klima…
    Und wenn doch die Kinder das Holz so mögen (wer sagt das?), warum sieht das auf dem Gruppenfoto im Innern dann so klinisch-unhölzern aus?
    Dann doch lieber draussen hart und Innen ganz weich (schon als Kind auf Holz geeicht)…

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s