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Skizze von Henner Herrmanns

Voll überspannt: Kulturdenkmal Römerbergwerk Meurin

In diesem Jahr wurde der Baustoff Tuff vom Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler und der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften zum Gestein des Jahres bestimmt.

Tuff ist ein Baumaterial, das zum größten Teil aus Vulkanasche besteht und daher auch in der Osteifel um den Laacher See abgebaut werden konnte. Hier entstand Tuffgestein als Ergebnis pyroklastischer Prozesse des Vulkanausbruchs vor 13.000 Jahren, der übrigens auch zur Entstehung des Laacher Sees führte. Als regionaler Rohstoff prägt der Tuffstein bis heute die Ortsbilder im Landkreis Mayen-Koblenz und wurde beispielsweise auch beim Bau des mittelalterlichen Klosters Maria Laach verbaut.

Das größte Tuffstein-Bergwerk nördlich der Alpen ist im Vulkanpark des Landkreises Mayen-Koblenz in Kruft zu besichtigen: die Ausgrabung eines römischen Tuffsteinbruchs. Eine lichtdurchflutete, freitragende Stahlkonstruktion schützt das 2000 Jahre alte Kulturdenkmal. Konzeption und Präsentation dieses Römerbergwerks inmitten der Trassgrube Meurin wurde im Jahr 2004 von Europa Nostra mit einem der höchsten europäischen Kulturpreise ausgezeichnet.

Die Gestaltung dieser Einhausung ist das Ergebnis eines Architekturwettbewerbs, der 1999 von Prof. Henner Herrmanns in Architektengruppe Heinrich gewonnen wurde.

So werden die antiken Stollen nunmehr von einer 44 x 54 m großen und im Scheitel mehr als 8 m hohen Bogenhalle geschützt. Etwa ein Drittel der mit Aluminiumblech eingedeckten Dachfläche besteht aus UV- und witterungsbeständigen transparenten Folienkissen, über die ausreichend Tageslicht in die unbeheizte Halle gelangt. Die Stahlfachwerkträger mit bombierten Ober- und Untergurten nehmen über quer verlaufende Stahlpfetten die Last der Dachkonstruktion auf. Diese musste wegen des löchrigen, nicht tragfähigen Baugrunds 16 m tief abgeleitet werden.

Naheliegend, dass die öffentliche Vorstellung des Tuffs als „Gestein des Jahres 2011“ im Römerbergwerk Meurin in Kretz (Verbandsgemeinde Pellenz) stattfand.

Weitere Infos: http://vulkanpark.com/roemerbergwerk

Wettbewerbsskizze: Die stützenfreie Bogenhalle schützt das antike Bergwerk. Das filigrane Tragwerk erlaubt den üppigen Lichteinfall durch das Dach und die vollflächig transluzenten Giebel.

3 Kommentare zu “Tuff – Gestein des Jahres 2011

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