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Das große Krabbeln – Riesige mutierte Insekten in Koblenz

Werbung für die Eröffnung des Kultursommers in Koblenz: „Natürlich Kultur“

Riesige mutierte Gottesanbeterinnen, Spinnen und Ameisen bewegten sich am Freitagabend zur Eröffnung des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2011 über das Gelände der Bundesgartenschau auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, womit das spanische Straßentheater Sarruga ein faszinierendes Schauspiel bot. Bewegt werden die gigantischen, bis zu 10 m hohen Insektenfiguren durch einfache mechanische Wagenkonstruktionen mit Stangen und Seilen,die an Konstruktionszeichnungen von Leonardo da Vinci erinnern.

Der Magie dieses fulminanten Spektakels, das das Festungsplateau in ein fantastisches Universum verwandelte,konnte man sich nicht entziehen. Die aufregende Parade entführte in eine geheimnisvolle Welt vertauschter Perspektiven: Die Menschen auf der Wiese erschienen klein und unscheinbar, die sonst winzigen Insekten hingegen als Riesenwesen, die die Umwelt annektieren, womit ihnen zu einer nie da gewesenen Größe verholfen wurde, als Hauptdarsteller in einer spektakulären Open-air-Inszenierung.

Gigantische Insekten auf dem BUGA-Areal

Durch solche Verfremdungen kann Vorstellungskraft geweckt, die Wahrnehmung in völlig neue Perspektiven gelenkt werden. Aus einem solchen biomorphen Assoziationspool könnte sich schon Ron Herron von der legendären Architekturgruppe Archigram aus London in den 1960er Jahren mit seiner „Walking City“ bedient haben. Seine insektenähnlichen „Gebäude“ sollten sich mit ihren staksigen Beinen „heiter und gelassen durch die Landschaft bewegen“ (Ron Herron) und dort innehalten, wo gerade Wohnbedarf für jeweils etwa 20.000 Bewohner war.

Walking City, Ron Herron 1964 (Abb. Vorlesungsmaterial)

Realisiert wurde diese Idee nie, inspirierte aber andere Architekten dazu, Gebäude wie riesige mutierte oder extraterrestische Insekten mit Teleskop-Beinen zu entwerfen.

Verbindungsbauwerk zwischen Einkaufscenter und Freizeiteinrichtung,  Gutachten 1994, Entwurf  Henner Herrmanns

design in its early stages
Überdachung eines Industriedenkmals aus der Römerzeit in Kretz (Wettbewerb 1999, leicht verändert realisiert) Entwurf  Henner Herrmanns

design in its early stages
HWK-Schulungszentrum, verändert realisiert in Koblenz, Entwurf 1995  Henner Herrmanns

Freizeitspaß im Festungspark

Giftig und zischend bewegen sich die riesige, mutierte Ameise, Spinne und Gottesanbeterin mit lodernden Augen über das Festungsplateau




2 Kommentare zu “Kultur-Sommer

  1. Hallo Herr Herrmanns,

    bin wirklich froh einige von ihren Entwürfen zu sehen. Das hat mir im Laufe des Studiums an der FH Koblenz gefehlt. Die Studenten sollen, meiner Meinung nach, wissen, was ihre Professoren in dem Bereich gemacht haben. Die Visionen der Professoren können die Visionen der Studenten inspirieren, das ist ein wichtiger Motivationsgenerator.

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  2. Pingback: ARCHBLOG

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