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Spielräume: Walderlebnis-Spielplatz Soonwald

Auf Anfrage des Referates Forsten des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz haben Architekturstudenten/innen der FH Koblenz eine interessante kleine Gestaltungsaufgabe bearbeitet:

Für das Walderlebniszentrum im rheinland-pfälzischen Naturpark Soonwald (Hunsrück), einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands, sollte ein attraktives Spielgelände konzipiert werden.

http://www.wald-rlp.de/index.php?id=83

Gefragt waren Ideen für die Gestaltung des weitläufigen topografisch bewegten Geländes, die mit dem vor Ort reichlich vorhandenen Baumaterial Holz in Eigenbauweise umgesetzt werden sollen.

Bereits im Jahr 2008 war das alte Forstamt nach Renovierung und Erweiterung zur „Umweltbildungsstätte Soonwald“, einem Seminargebäude mit Tagungsräumen für Schulklassen und erwachsene Besucher umgestaltet worden. Neu gebaut worden sind zwei Gästehäuser, ein Speisesaal und eine Selbstversorger-Küche. Außerdem befinden sich auf dem Areal ein Waldlabor und eine Waldwerkstatt.

Das neue Walderlebniszentrum soll die Besucher unmittelbar an die Natur als Lebens- und Erholungsraum heranführen und über die Bedeutung des Waldes für die heimische Wirtschaft und als Arbeitsstätte für die Region aufklären.

Die Aufgabe, ein Erlebnisspielgelände zu planen, fand bei den Seminaristen/innen großen Anklang, denn aus eigener Erfahrung weiß man, dass die gebaute Umwelt kaum Spiel-Raum bietet. Spiel – Raum – Architektur, das Leben braucht Spiel-Räume. Und wo immer man bestimmte Bereiche von anderen unterscheidet, kommt man zu räumlichen Vorstellungen. Dort wo ein Spiel räumlich abgegrenzt wird, durch welche Mittel auch immer, bildet sich Spiel-Raum im eigentlichen Sinne des Wortes; dies kann eine Sandgrube sein oder ein Holzdeck.

Um das riesige Areal zu strukturieren, musste es zunächst gegliedert werden, Bereiche mussten sichtbar gemacht, Räume eröffnet werden. Die vorhandene ansteigende Topografie konnte dabei genutzt werden. Auch eine rhythmisch gestaltete Durchwegung des Areals kann zum Raumerlebnis beitragen. Immer ging es darum, die Grenzen zwischen Spielen, Erfahren und Erleben aufzubrechen und neue Wege zu ermöglichen, weg vom immer Gleichen.

Die Spielattraktionen sollten sich aus den Planungen ergeben, alles konnte neu und frei konzipiert werden, alles war offen, nur das Material, nämlich Holz war als Hauptgestaltungselement vorgegeben.

Hier einige Ideen:

Tektonische Auffaltungen und Stufen helfen die Topografie der Gesamtfläche spielerisch zu überwinden. Die Höhenstaffelung und Terrassierung der Freiflächen schafft verschiedene Zonen und abwechslungsreiche Erlebnisbereiche, die zum Spielen und Verweilen einladen. Von der Erschließung bis in den Wald hinein bilden diese Zwischenräume mit der Umgebung eine in die Topografie eingebettete Abfolge von Wegen und Platzbereichen mit einem vielfältigen Erlebnisprofil. Nicht Standard-Spielgeräte wurden eingeplant, sondern Geräte und Installationen von lyrischer Heiterkeit, die sich an den speziellen Gegebenheiten vor Ort orientieren. Damit unterscheidet sich diese Konzeption von herkömmlichen Playgrounds mit den üblichen Spielgerätekombinationen. (Entwurf: Wegmann/Flatt)

Vorgeschlagen wird eine arealübergreifende, facettenreiche Anlage als Holzlandschaft mit organisch geformten Holzdecks, der Topografie entsprechend abgestuft. Der vorhandene Höhenunterschied von etwa 15 m wird durch einzelne aufeinander folgende horizontale Ebenen aufgegriffen. Die Holzdecks, die sich wie Inseln aneinanderreihen, bieten abwechslungsreiche Erlebnisangebote. Sie münden in einem ca. 10 m hohen Holzplateau, von dem aus ein Steg sich in die Baumkronen des angrenzenden Waldes entwickelt, wodurch die Grenzlinie verschwimmt. Die gesamte Spiellandschaft stellt somit eine Hinführung zum Wald dar und macht den vorhandenen Rohstoff Holz begreifbar. Auch ist der nah am Grundstück verlaufende Bachlauf in das Konzept eingebunden. Für alle Altersklassen gibt es ein differenziertes Themenangebot und Aktivitätsmöglichkeiten. Alle Bereiche stehen in einem spannungsvollen Einklang, wiewohl das Spielareal in seiner Gesamtordnung einheitlich bleibt. (Entwurf: Iris Leber)

Hölzerne Entdeckerpfade verbinden alle informellen Spielbereiche miteinander. Diese Stege sind hochgelegt und führen nicht nur zu den einzelnen Spielstätten, sondern stellen selbst eine Attraktion dar. Mal sind sie eng, mal breit, laufen hoch und runter und eröffnen Spielmöglichkeiten auf dem Skyway und darunter. (Entwurf: Agnieszka Gora/Renate Bartl)

Angeboten werden drei Spielbühnen auf verschiedenen Ebenen. In die vorhandene Hanglage sind interessante Spielmöglichkeiten integriert. Die Spielanlagen bieten alles, was das Kinderherz begehrt: ein künstlicher See, Kletter- und Versteckmöglichkeiten, Rutschen, etc. Der Übergang zwischen Spielfläche und Wald wird durch Bodenwellen geschaffen. So hat sich das Areal zu einem Forum gewandelt, das zu einer weiten und vielseitigen Nutzung einlädt. (Entwurf: Bettina Günther)

Die Arbeiten werden am 25.03.11 präsentiert, um zu entscheiden, welche Ideen baulich umgesetzt werden sollen.

Im kommenden Sommersemester wird eine Gruppe von Bachelorstudenten des Architekturstudiengangs sich mit dem Thema Waldcafé für das Walderlebniszentrum Soonwald auseinandersetzen.

Ein Kommentar zu “Studienarbeiten

  1. Pingback: Studentische Seminararbeiten | ARCHBLOG

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