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An English translation at the end of the article

Hell is a place where there are no pencils

“Jeder hat seine eigene Vorstellung von der Hölle. Für mich wäre das ein Ort, wo ich keinen Bleistift mehr bekäme”, heißt es von Sir Norman Foster.

Die mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnete Architektin Zaha Hadid zeichnet ihre Entwurfsvisionen mit der Hand. Sie sagt von sich: „Mit Computern kann ich nicht gut umgehen“ und entwirft ihre spektakuläre und virtuose Architektur mit dem Stift. Zeichnungen und Modelle illustrieren ihre Entwurfsgedanken. Erst in einer weiteren Phase lässt sie von CAD-Visualisierungs-Spezialisten computeranimierte Visionen von ihren in den Rechner eingespeisten Architekturvorstellungen herstellen. Obschon in früheren Zeiten plastisch-skulpturale Architekturkonfigurationen entworfen worden sind, blieb es der Computer-Ära vorbehalten, die amorphen Blobs aus der Skizze in eine gebaute Form zu überführen.

Die zeichnerische Umsetzung, Darstellung und Präsentation von Entwurfsideen zählt – trotz CAD – immer noch zum elementaren Handwerk des Architekten. Mit Hilfe des Zeichenstifts entwickelt und visualisiert der Architekt seine Ideen in der ersten kreativen Phase des Entwurfs. Das Entwerfen mit dem Stift bildet also quasi die konstitutive Phase im Entwurfsprozess.

Auch haben die meisten Architekturanimationen mit ihrer unterkühlten Perfektion nicht den Reiz einer von Hand gezeichneten Perspektivzeichnung. Architekten müssen zeichnen können. Deshalb war Zeichnen zu allen Zeiten ein obligatorisches Fach in der Architekturausbildung. Aktuell gibt es Bestrebungen dies zu ändern. Möge das Schicksal uns davor bewahren!

Sir Norman Foster: „Everyone has their own idea of hell. For me this would be a place where there are no pencils.“

Zaha Hadid’s designs are done by hand. She says of herself: „With computers I can´t handle well, and designs her spectacular architecture with the pencil. Drawings and models illustrate her design ideas. Only in a further stage, CAD visualization specialists produce computer-animated visions of her architecture.

The graphical implementation, display and presentation of design ideas is – despite CAD – fundamental to the craft of the architect. Using the Pen tool the architect’s ideas in the first creative phase of the design are developed and displayed. Designing with the pencil is so to speak, the phase 0 of the design process.

Also, most architectural animations with their supercooled perfection have not the charm of a hand-drawn perspective. Architects have to draw. So drawing was at all times an important subject in architectural education. Currently there are efforts to change that. May God save us from!

Entwurfszeichnungen: herrmannsArchitekten

Link:

http://www.nordbayern.de/region/rothenburg-o-d-t/architekturstudenten-brauchen-gespur-fur-proportionen-1.183880


2 Kommentare zu “Architekturzeichnen

  1. Pingback: Tag des offenen Denkmals 2015 | ARCH BLOG

  2. Die Hand denkt mit und ist vielleicht auch ein Anker für eine Architektur bei Sinnen. Wie sollten die Momente der sinnlich-leiblichen Vergewisserung guter Gestalt, die wir beim Zeichnen erfahren können ersetzt werden? Und was passiert wenn die kleinen Zufälle eines eigensinnigen (Zeichen-)materials von berechneten und berechenbaren Prozessen wegrationalisiert werden?

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