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Brüssel soll meine Universität seyn*

„Bein zu kurz, Bauch zu dick, Kopf zu groß, Arm zu lang, Hals zu kurz…“, diese Worte stellen keine Charakterisierung meiner Gestalt dar, sondern die Beurteilung von studentischen Aktzeichnungen durch den berühmten, im Dezember 2009 verstorbenen, österreichischen Bildhauer, Maler und Zeichner Alfred Hrlicka, dargestellt in einer Videoarbeit von U. Hörner und M. Antelfinger mit dem Titel „Papst der Körperproportionen” im Kölner Ludwig Museum (2001).

Großformatige Aktzeichnung

Für kreativ Schaffende sind das genaue Hinschauen und die zeichnerische Wiedergabe von visuellen Reizkonfigurationen unerlässlich. Wie soll man sonst sein Auge schulen? Henri Matisse stellte in einem Essay fest, dass das Schaffen in der bildenden Kunst mit dem Sehen begänne, ja, dass das Sehen selbst schon ein schöpferischer Akt sei.

Weiblicher Akt

Die Academie Royale des Beaux Arts – Ecole superieure d´ Architecture in Brüssel bietet deshalb das Aktzeichnen nach wie vor als integrales Unterrichtsfach an. Die studentischen Ergebnisse aus dem Sommersemester 2010 können sich sehen lassen. Wer Zeichnen gelernt hat, wird auch später als Architekt große Würfe wagen – ohne sich dabei den Arm auszukugeln.

Prof. Henner Herrmanns

* frei nach Goethe („Paris soll meine Schule seyn, Rom meine Universtät.“)

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