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Außen rot – innen anders

Eine Attraktion, ein Festival fürs Auge erlebt der Gast, wenn er auf der ostfriesischen Nordseeinsel Langeoog dieses in drei unscheinbaren roten Backsteinhäusern untergebrachte Hotel betritt. Farben, Muster, Tapeten, Designobjekte wie sie überraschender und schriller nicht sein können. Retro-Design der späten 60iger Jahre! Beim Betreten des Foyers fallen zunächst die Space Eggs auf, Sitz-Objekte, deren Kapselform Zeitzeuge der damaligen Raumfahrtbegeisterung ist.

Stimmungsvolle Inszenierung aus Draperien, Dekor und Interieurgestaltung

Ein paar Schritte weiter überrascht die Hotelbar in grell beleuchtetem Pink. Als Sitzelemente dienen hier pinkfarbene „Fatboys“, Repliken des berühmten, mit Polystyrolkugeln gefüllten „Sacco“ von Gatti, Paolini, Teodoro aus dem Jahr 1969. In den unterschiedlich gestalteten Hotelzimmern springen den Gast auffallende Tapetenmuster an in grellen Farb- und Muster-Kombinationen. Jede Ecke, jeder Winkel bietet Überraschungen wie z. B. knalllila Sessel oder froschgrüne Terrassenmöbel. Langeweile kommt hier nicht auf, zu spannend ist dieses stylische Interieur, five decades ago.


Diese visuelle Opulenz basiert auf dem Design der späten 60iger Jahre. Damals war gleichzeitig mit den einsetzenden Weltraumflügen, der Landung auf dem Mond 1969, den Science-Fiction-Filmen und den daraus resultierenden Zukunftsvisionen ein neues, innovatives Design aufgekommen, dem durch neue Kunststoffe und deren Materialeigenschaften scheinbar kaum noch Grenzen gesetzt waren. So konnten ungewöhnlich gestaltete Möbel aus Kunststoff hergestellt werden, denen alles Eckige fehlte. Kugel und Kapsel wurde zu einer beliebten Form. Die berühmtesten Designer für dieses Soft-Edge-Design waren Luigi Colani und Verner Panton. Farben sollten schocken, Tapetenmuster waren groß und auffallend, in der Farbskala zwischen orange-braun oder grün.

Der Architekt, der Zuhause umgeben ist von Sichtbetonwänden und puristischem Design hat hier im Retro Design Hotel Kontrastprogramm im wahrsten Sinne des Wortes.

Prof. Henner Herrmanns

Siehe auch „Im Pandämonium der Ornamente“ v. 26.03.10: https://herrmanns.wordpress.com/2010/03/26/ornament/


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