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Die verglaste Gebäude-Ecke als semantische Komponente

Universität Mozarteum Salzburg (Arch. Robert Rechenauer, Salzburg)

In der zeitgenössischen Architekturgestaltung taucht vermehrt das Phänomen der camouflierten Ecke als sublimer ästhetischer Formalismus auf. Dabei wird die formale geometrische Identität des Baukörpers trotz der großflächigen asymmetrischen Übereck-Öffnung in ihrer unmittelbaren Gestalt beibehalten. Durch die Öffnung der Gebäude-Ecke kann sich der Raum über die ihn umschließende Membrane optisch ausdehnen und den Außenraum annektieren. Gleichzeitig wird der voyeuristische Einblick in das Gebäude ermöglicht und damit die Referenz-Frage nach der Funktion des Gebäudes beantwortet. Obendrein wird das Pathos der architektonischen Erscheinung gemildert, Schwellenängste abgebaut und die enge Verbindung von drinnen und draußen, Kunst und Leben betont.

Wir lernen: Über Eck geführte, befensterte Einschnitte wecken Neugier und lockern die Hermetik der Großform.

Hier weitere Beispiele:

Jüdisches Museum, München (Arch. Wandel Hoefer Lorch, Saarbrücken)

Schaulager Brauweiler (Arch. Herrmanns Mogulkoc Zimmermann, Koblenz)

Museum Brandhorst, München (Arch. Sauerbruch Hutton, Berlin)

Museumsbau in Machelen aan de Leie, Belgium (Arch. Stéphane Beel)

Prof. Henner Herrmanns

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